Vogtlandkristall


Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü


Reimersgrün, Teil 1

Fundstellen > Steinbrüche > Der Diabassteinbruch Reimersgrün

Die Entwicklung des Steinbruchs innerhalb von 18 Jahren!

März 1991

Jan. 2009

In einigen Steinbrüchen des Vogtlandes wird noch Material für die Erzeugung von Schotter und Splitten gewonnen. Im mittleren und süd-westlichen Vogtland sind es besonders die Diabasmandelgesteine und die porphyrischen sowie körnigen Diabase; seltener die feinkörnigen Tuffe, welche von wirtschaftlicher Bedeutung sind. Diese Gesteine gehören dem initialen Vulkanismus des Oberdevons an. ( n. G. Freyer, in Geologie des Vogtlandes, S.77; Vogtland Verlag Plauen, 1995)
Der heute größte im Abbau befindlichen Diabasbruch des Vogtlands liegt gleich östlich der Ortschaft Reimersgrün. In den Jahren nach 1990 erfolgte vor allem im Zuge des Ausbaus der Gewerbegebiete, des Straßennetzes und der A 72 ein verstärkter Abbau, so daß sich die Ausmaße des Steinbruches erheblich vergrößerten. Zur Zeit werden die Gesteine auf 9 Sohlen gewonnen, womit der Reimersgrüner Steinbruch auch eine beachtliche Tiefe hat. Mit der Erweiterung des Bruches stiegen auch die Fundmöglichkeiten und in den letzten Jahren konnten so immer wieder schöne und zum Teil auch spektakuläre Funde der verschiedensten Mineralien gemacht werden. Dabei sind die Vertreter der Karbonate, wie Dolomit, Calcit und Aragonit die am meisten verbreiteten Mineralien. Alle anderen Minerale dieses Steinbruches kommen viel seltener vor oder sind sogar nur Einzelfunde. Seit der Inbetriebnahme des Steinbruches bin ich regelmäßig vor Ort und konnte so manchen schönen und auch seltenen Fund tätigen. Hier ein Überblick mit einer kurzen Beschreibung der Mineralien von Reimersgrün, welche sich in meiner Sammlung befinden. Diese Liste ist sicherlich nicht vollständig und ich bin mir sicher, daß die zukünftige Abbauperiode im Steinbruch noch weitere gute Funde zulässt und somit auch die Anzahl der Mineralien aus Reimersgrün weiter zunehmen wird.

Die Mineralien :


Albit**
Albit kommt zusammen mit Paradoxit, Quarz und Epidot in den derben ausgelaugten Quarzgängen vor und bildet dabei schöne Kristalle bis etwa 4 mm aus.
(Bildbr. 6 cm)

Annabergit**
Als große Seltenheit fanden sich sehr schöne Kristalle von Annabergit (bis zu 1mm Größe) zusammen mit Erythrin**, verschiedenen Nickelerzen und Calcit** in einem Dolomitgang auf der 7. Sohle. Als Besonderheit gilt hier auch ein Fund von schwarzem Annabergit (mit geringen Anteilen von Antimon) vermutlich pseudomorph nach Nickelin-Rammelsbergit-Erz ( REM-EDX-Analyse vorhanden). (Bildbr. 4 mm)

Antimonit**
Ein recht seltenes Mineral von Reimersgrün ist der Antimonit. Frei aufgewachsene Kristalle bis ca. 3 mm Länge sind die Ausnahme! In den meisten Fällen sind die Kristalle im Calcit eingelagert. Antimonit wurde zusammen mit vielen anderen Mineralien in einer hydrothermalen Stöhrungszone im Bereich von der 6. bis zur 8. Abbausohle gefunden. Diese Gänge lieferten auch eine große Anzahl von Mineralien aus der Bi-Co-Ni-Formation. Antimonocker, pseudomorphos nach Antimonit** brachte ein einmaliger Fund im April 2009 auf der 8. Sohle. (Bildbr. 3 cm)

Aragonit**
Aragonitkristalle treten im gesamten Steinbruch immer wieder in den hydrothermalen Gängen in Paragenese mit anderen Carbonaten in zum Teil sehr guter Ausbildung auf. Die Kristalle sind durchscheinend bis klar durchsichtig und erreichen zum Teil Größen bis über 3 cm. Selten treten auch bis zu drei Generationen von kristallinem Aragonit übereinander auf.
( Bildbr. li. 4,5 cm; rechts 1 cm)

Arsen (ged.)
Gediegen Arsen tritt zusammen mit Nickelin und den anderen Mineralien der Bi-Co-Ni in den hydrothermalen Gängen auf. (Bildbr. ca. 4 cm)

Arsenolith
Dieses Mineral tritt zusammen mit ged. Arsen und den anderen Mineralien der Bi-Co-Ni in Form weißer Krusten und kleiner Pusteln auf.
(BB 1 cm)

Asbest
Hin und wieder kommt Asbest in den derben Quarzgängen zusammen mit Epidot und Feldspäten vor.

Axinit**
Der erste Fund von Axinit gelang auf der 4. Steinbruchsohle im März des Jahres 2005. Bei den nur drei kleinen Stufen, welche ich bergen konnte, ist das braun bis gelbe Mineral schalig bis spätig ausgebildet. Auf einer der Stufen befinden sich glücklicherweise auch einige kleine Kriställchen von ca. einem Millimeter Größe. Die Paragenese besteht aus Albit**,Quarz und Epidot**. (Stufe li. 7 x 5 cm; Kristallgr. re. ca. 1 mm)

Azurit
Azurit fand ich bis jetzt nur einmal als kristalline Krusten zusammen mit etwas Malachit und Chalkosin.
(BB 2,5 cm)

Baryt** (Schwerspat)
Baryt kommt nur selten im mittleren Bruchbereich mit Quarz und Goethit vor.
(Im Bild: kleine Quarze auf 1 cm hohen Baryt*)

Brochantit**
Brochantit bildet sich im Bereich der Bi-Co-Ni selten als kleine dunkelgrüne Kriställchen auf Kupferkies und Calcit aus.

Calcit** (Kalkspat)
Calcit ist im Reimersgrüner Steinbruch eigentlich das bekannteste Mineral und war 1985 mit Aragonit eines der ersten Mineralien überhaupt, welches im neu erschlossenen Bruch gefunden wurde. Er ist in den verschiedensten Formen und Farben ausgebildet und tritt mit den meisten anderen Mineralien des Steinbruches in Paragenese auf. Die häufigste Kristallform ist der flache Rhomboeder; Skalenoeder sind weit seltener zu beobachten. Auch Kombinationen beider Kristallformen spielen nur untergeordnet eine Rolle. Die Größe der Kristalle liegt im Schnitt bei ein bis drei Zentimeter, wobei auch über 10 cm erreicht werden.
Großstufen mit mehreren Kilo Gewicht sind die Ausnahme. Es gibt Kristalle mit deutlichen Zonarbau oder welche mit Auflösungserscheinungen. Wenige Calcitkristalle fluoreszieren in rot bis rosa oder in Gelb.

(Bild oben li.: Calcitskalenoeder Bis 5,5 cm Länge;
Kristalldurchmesser
im Bild oben rechts ca. 4,5 cm;
Bild unten li.: Stufenbreite ca. 18 cm))



Chalcedon
Chalcedon trat selten in den hydrothermalen Gängen (im leider verfüllten Bruchbereich hinter dem Brecher) auf. Seine Farbe ist hellblau bis weiß. Sehr selten bildet er auch dünne in sich verwundene Fäden aus. In seinem Buch ,,Quarz-Monographie´´(2. Ausgabe, 1995) beschreibt der Autor R. Rykart auf den Seiten 375 und 376 die Entstehung dieser seltenen Ausbildung des Chalcedons, welche hier auch als
Rankenquarz bezeichnet wird. (BB etwa 1 cm)

Chalkopyrit** (Kupferkies)
Kupferkies tritt auf den hydrothermalen Gängen vorrangig mit Calcit** und Dolomit**, aber auch mit den den verschiedensten anderen Mineralien relativ häufig auf. Die Kristalle sind meistens verzwillingt, haben oft einen hohen Glanz und zeigen zum Teil auch kräftige Anlauffarben. Die Größe der Kristalle bewegt sich meistens im Millimeterbereich und kann in seltenen Fällen auch bis zu 1 cm betragen. In derber Ausbildung ist der Kupferkies bisher recht wenig vorgekommen. Des Weiteren tritt Kupferkies auch als
Homichlin auf. (im Bild li. Kupferkieskristall 4,5 mm auf Dolomit**)

Chalkosin
Dieses Kupfererz tritt selten zusammen mit derb ausgebildetem Kupferkies auf. Begleiter sind in diesem Fall Chrysokoll und Azurit.
(BB 1,5 cm)

Chloantit** (Weißnickelkies)
Chloantit kommt sowohl derb als auch in kleinen Kristallen zusammen mit Nickelin vor. Sein Begleiter ist meistens Safflorit.
(Im Bild Kristalle bis ca. 1 mm auf Safflorit**)

Chlorit
Zusammen mit Epidot und den Feldspäten kommt auch etwas Chlorit in schuppiger bis erdiger Ausbildung vor.

Chrysokoll
In derber bis kollomorpher Ausbildung findet sich Chrysokoll zusammen mit anderen Cu-Mineralien. (BB li. 1,5 cm; BB re. 4,5 cm)

Cobaltocalcit**
Cobalthaltige Calcite wurden in bis zu etwa 1 cm großen Kristallen zusammen mit Erythrin, Annabergit und anderen Ni-Mineralien in nur wenigen Stufen gefunden. (Im Bild: Kristalle bis zu etwa 1 cm !)

Cuprit**
Cuprit kommt meist derb zusammen mit den anderen Cu-Erzen in dunkler brauner Ausbildung als Umwandlungsprodukt von Kupferkies vor. Im März 1997 fand der Reichenbacher Sammler G. Seifert auf der 4. Steinbruchsohle die bisher einzigen typisch rot ausgebildeten Cuprite auf stängeligem Pyrit. Meist ist auch dieser Cuprit derb - krustig ausgebildet, bildet aber auch selten in kleinen Drusen kleinste Kristalle mit hohem Glanz aus. (Bildbr. ca 2,5 cm)

Diobsit
Diobsit findet sich ab und zu im hydrothermal beeinflussten Randbereich von Dolomitgängen, hat teilweise eine schöne grüne Farbe und kommt immer in schuppiger Form eingewachsen vor. (BB 5 cm)

Dolomit**
Dolomit ist mit Calcit das häufigste Mineral im Reimersgrüner Steinbruch. Er tritt vorrangig in bis zu einen Meter breiten Trümmerzonen in Form von Brexien mit den Diabasen auf. Auf den hydrothermalen Gängen bildet er in Drusen bis über 5 mm große Kristalle aus. Die Farbe reicht von transparent weis über zart rosa bis hin zum dunklen Braun. Seltener sind Pseudomorphosen von Dolomit nach Calcitskalenoedern bis mehreren cm Größe. Interessant ist, daß mit dem Dolomit besonders die Bi-Co-Ni vergesellschaftet ist und fast alle seltenen Mineralien mit ihm in Paragenese vorkommen. ( Gelbe Calcite** auf Dolomit**, Größe der Stufe: 7 x 6 x 5 cm)

Epidot**
In den ausgelaugten Quarzgängen der oberen Steinbruchsohlen tritt Epidot meist derb zusammen mit den Feldspäten und etwas Chlorit auf. Selten bildet er in den Auslaugungshohlräumen (nach Carbonaten ?) freistehende Kristalle bis über 2 cm Länge aus. Diese sind grünlich bis grau gefärbt, haben eine raue Oberfläche mit mattem Glanz. (Höhe der Stufe 2,5 cm)

Erythrin** (Kobaltblüte)
Eines der schönsten und zugleich auch am seltensten vorkommenden Minerale des Steinbruches ist der Erythrin. Er erscheint zusammen mit anderen Ni-Erzen in Dolomitgängen als Anflug, Krusten, kleinen Pusteln und sehr selten in hervorragend ausgebildeten Kristallen bis zu fast einem Zentimeter Größe! Die Farbe ist kräftig himbeerfarben bis rosa, wobei einige Kristalle an den Kristallenden in Annabergit (Grünfärbung) übergehen. Bei sehr hohem Glanz sind sie durchsichtig bis durchscheinend
(Bilbr. li. 8 mm; Kristallbreite mittleres Bild 3,5 mm; Kristallhöhe re. 4 mm)

Galenit** (Bleiglanz)
Galenit kommt selten in den hydrothermalen Dolomitgängen meist mit Kupferkies und Zinkblende vor. Größere Kristalle ( bis etwa 1 cm ) fanden sich bisher nur eingewachsen in den Carbonaten. Frei ausgebildete Kristalle ( bis etwa 5 mm Kantenlänge ) treten als Würfel oder als Kombination von Würfel und Oktaeder zusammen mit Calcit und anderen Erzen auf. Sie haben zum Teil hohen Glanz. Einige Kristalle zeigen auch Auflösungserscheinungen. (Breite der Bleiglanzgruppe ca 5,5 mm)

Garnierit
Dieses Nickelsilikat mit schmutzig-apfelgrüner Farbe tritt zusammen mit anderen Ni-Erzen in den hydrothermalen Gängen auf. (Stufe: 6 x 4 x 4 cm)

Goethit**
In den letzten Jahren wurde immer wieder schöne Stufen mit Goethit gefunden, wobei die meisten Stufen durch Wegätzen der Karbonate zum Vorschein kamen. (Stufe: 11 x 8 x 3 cm, Nicht ausgesäuert!)

Hämatit
Im August 1993 trat erstmals Hämatit als Eisenglanz in einer Quarz-Dolomit Brexie auf. Die bis zu 1 cm großen schuppigen Aggregate waren stets eingewachsen und traten im Randbereich einer etwa 40 cm großen Druse auf, welche auch Dolomit** und Calcit** in schönen Stufen lieferte. Hämatit liegt aber meist fein verteilt als Rötel in einigen Störungszonen vor. Diese Bereiche zeigen dann deutlich eine rot- bis schwarz-braune Verfärbung. In diesen Gängen wurden auch ausgezeichnete Stufen von Goethit gefunden. (Stufenbreite 4,5 cm)

Jaspis (als Eisenjaspis)
Jaspis bildet zusammen mit Hämatit sehr schönen roten Eisenjaspis. Im Anschliff zeigt der Jaspis weiße Quarzbänder und Einschlüsse von goldfarbenem Pyrit. Weitere ausgezeichnete Funde gelangen im Zeitraum Mai bis Juni 2009 auf der 8. Sohle.
(Bildbreite 6 cm)

Kupfer-Pecherz,
kommt zusammen mit derbem Kupferkies als dessen Umwandlungsprodukt in den Dolomitgängen vor.

Limonit
Limonit tritt im Steinbruch meistens in erdiger Form auf.

Malachit**
Malachit kommt im Steinbruch nicht häufig vor; obwohl andere Cu-Erze des öffteren auftreten. Er findet sich in der Hauptsache in den Carbonatgängen zusammen mit den anderen Cu-Mineralien.
(BB 1,5 cm)

Markasit**
Markasit tritt meistens zusammen mit den Nickelerzen auf, wobei er mit Nickelin, Chloantit und auch ged. Arsen wechsellagige Knollen bilden kann. Kristalline Ausbildungen von Markasit auf Calcit sind ebenfalls gefunden worden.
(BB 1,5 cm)

Maucherit
Selten tritt Maucherit zusammen mit den anderen Mineralien der Bi-Co-Ni auf in den hydrothermalen Gängen auf. (BB 4,5 cm)

Millerit**
Millerit gehört zu den seltenen und begehrten Mineralien des Reimersgrüner Steinbruchs ! In Paragenese mit den anderen Mineralien der Bi-Co-Ni bildet er sehr schöne nadlige Kristalligel bis etwa 2 mm Durchmesser aus. Seine schönsten Ausbildungen zeigt uns hier der Millerit in kleinen Calcitdrusen. (Im Bild: Milleritnadeln bis zu etwa 1 mm Länge)

Montmorillonit
Montmorillonit kommt in den Verwitterungsbereichen des Diabases vor. Er bildet Krusten und kugelige bis knollige Gebilde von weißer bis schmutzig gelblicher Farbe aus. (Stufenbreite 6,5 cm)

Nickelin (Rotnickelkies)
Nickelin kommt nur in den hydrothermalen Gängen in Paragenese mit den anderen Mineralien der Bi-Co-Ni in derber Form vor. Zum Teil tritt er als kollomorphe kugelförmige Gebilde auf; bildet Brexien mit den Carbonaten oder verschieden starke derbe Stücke aus. Im Randbereich geht der Rotnickelkies teilweise in Nickelsilikate und anderen Nickelerzen über.
(Stufe oben li.: 12 x 9,5 x 7 cm; aufgebrochene Knolle: 4,5 cm breit; Bildbr. unten rechts etwa 6 cm)

Paradoxit**
In den derben Milchquarzgängen befinden sich sehr oft schöne und auch große Einlagerungen von massigen fleischfarbenen Paradoxit. In den Hohlräumen der Quarzgänge bildet er aber auch bis ca. 1cm große Kristalle aus. Begleiter sind Albit**, Epidot**, kleine Quarzkriställchen sowie Chlorit. (BB 3,5 cm)




Weiter zu Teil 2
von Reimersgrün,
bitte Bild rechts
anklicken!

Mobile Brecheranlage auf der 2. Sohle; 1991

Homepage | Übersicht | Vorschau und Ankündigungen | Aktuelles | Fundstellen | Bildergalerie | Impressum | Kontakte/Links | Site Map


letzte Änderung am 12.01 2018 | vogtlandkristall@web.de

Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü