Vogtlandkristall


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Pyrolusit vom Altbergbau bei Schwand im SW-Vogtland

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Im süd-westlichen Vogtland liegt die kleine Gemeinde Schwand. Etwa 800 Meter nord-westlich des Ortes gab es schon vor langer Zeit kleinere Aktivitäten im Bergbau. So berichtet im Jahre 1960 der Dipl.-Ing. Johannes Neuber in seiner 3. Meldearbeit über den alten Bergbau in dieser Gegend (Akten-Nr. M 206 im geolog. Archiv für Forschung und Erkundung in Freiberg/Sa.)
Auf den Seiten 16 und 17 schreibt er über seine Erkundungen vor Ort; sowie aus den Erkenntnissen der noch vorhandenen Literatur und alter Akten.
So wird über eine Grube, welche im Jahre 1856 unter dem Namen
Catharina Fundgrube zuletzt gemutet wurde, berichtet. Abgebaut wurde dort ein kleines Vorkommen von Eisenerz.
Ab 1859 wurde die Grube unter der Bezeichnung
Ernst-Friedrich-Fundgrube weiter geführt, viel aber schon imJahr 1862 wieder ins Freie. 1873 wurde sie erneut unter der Bezeichnung Eisengrube Georg gemutet, aber schon ein Jahr später wieder in Ernst-Friedrich-Fundgrube umbenannt. Danach dürfte die Grube aus unwirdschaftlichen Gründen recht bald wieder ins Freie gefallen sein. Heute sind vom Bergbau dort keinerlei Spuren mehr zu sehen. Ein letzter Nachweis gelang noch im Jahr 1958, als bei Wasserbauarbeiten im ehemaligen Grubenfeld ein alter Grubenbau kurzzeitig aufgeschlossen wurde.



Unten im Bild: Die südliche Seite vom Erzberg, über dessen Gipfel der etwa 100 Meter lange Pingenzug eines recht alten, unbekannten Bergbaus verläuft. Im Vordergrund und auch weiter rechts vom Bild befindet sich das alte Grubenfeld der Grube Catharine bzw. Ernst Friedrich. Übertage ist davon aber nichts mehr erhalten.








Weiter nördlich der alten Eisenerzgrube befinden sich auf dem Erzberg einige kleine Pingen und Halden eines recht alten Bergbaus. Hier wurden ebenfalls Eisen- und vielleicht auch Kupfererze abgebaut. Der Pingenzug ist keine hundert Meter lang und verläuft von süd-ost nach nord-west direkt über die höchste Erhebung des Berges. Unterlagen oder gar Aufzeichnungen zu den bergbaulichen Tätigkeiten sind leider nicht mehr vorhanden. Ein Keramikfund deutet aber auf das 14. bis 15. Jahrhundert hin und vielleicht ist der Bergbau dort noch viel älter.
An Mineralien konnten bis zum heutigen Tag vor allem Quarz (auch in kleinen Kristallen) und Limonit, welcher nur selten als Glaskopf auftritt, nachgewiesen werden. Die interessantesten Funde sind aber die zum Teil recht gut ausgebildeten Pyrolusite. Meist kommt der Pyrolusit aber in erdiger Ausbildung oder als dünne Krusten und Beläge vor. Selten bildet er in Drusen aus Limonit oder auf Quarz kugelige , strahlige Gebilde aus, welche einen hohen Metallglanz zeigen. Weit weniger tritt er auch als Polianit in kleinen Kristallen auf.
(
Polianit ist eine alte Bezeichnung für die recht selten vorkommende idiomorphe, tetragonale Formvarität des Polianit´s)

Bild oben: ausgezeichnete Stufe (7 x 6,5 cm) mit Pyrolusit** in Limonitdruse, begleitet von Quarz.


Auf den zwei nachfolgend gezeigten Stufen befindet sich Pyrosulit (auch in der seltenen Ausbildung als Polianit) ebenfalls in drusig ausgebildeten Limonit.
Die Stufe links erreicht eine Breite von 10,5 cm. Die Stufe rechts daneben hat eine Größe von 8 x 6 cm.














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Die reich mit Pyrolusit besetzte Stufe hat eine Breite von ca. 10 cm











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Diese etwa 15 cm breite mit Pyrolusit besetzte Stufe ist bisher eine der größten, welche an der Fundstelle geborgen werden konnte.

Quarz ** auf Limonit

(Die Stufe oben hat eine Breite von 9,5.
Die links gezeigte Stufe ist etwa 6,5 x 6 cm groß)









Quarz findet man auf den Halden meistens als derb ausgebildeten Gangquarz. Weit weniger treten auch kleine, in der Regel schlecht ausgebildete und oft geriefte Kristalle auf. Diese haben einen fettigen Glanz, sind von weißer Farbe und sind fast immer von einer dünnen Schicht aus Limonit überzogen. Die bis zu einem Zentimeter großen Kristalle werde hin und wieder von Pyrolusit begleitet.
Recht ein Beispiel: Die 10 x 5,5 cm große Quarzstufe ist mit Pyrolusit besetzt und zum Teil auch mit etwas Limonit überzogen.









Zur Zeit noch ein Einzelfund:
Von Pyrolusit umrahmte Druse (Bildbr. ca. 4,5 cm) mit Quarz-Pseudomorphosen nach Dolomit**


Limonit ist bisher nur schlecht ausgebildet gefunden worden. Solche Stücke, auch mit Anlauffarben, wie in der rechts gezeigte, sind schon selten.
( Stufengröße: oben 7 x 4 und rechts 8,5 x x8 cm)








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Ein bisher einmaliger Fund sind auch diese Perimorphosen von Quarz nach Fluoritkristallen mit einer Kantenlänge von bis zu 23 Millimeter.


Nach Aussagen der Waldbesitzer, welche schon vor über 60 Jahren dort als Kinder spielten, sollen auch Kupfererze vorgekommen sein. An einer Stelle wurden wir auch fündig. Dabei handelte es sich um ein paar kleine Belegstücke aus Kupferkies mit etwas Malachit.
Von einem schon damals stark verfallenen Stollen, welcher heute ganz verfüllt und nicht mehr sichtbar ist, wurde von diesen Leuten ebenfalls berichtet.

Alte Keramik von der Grube (Größe 11 x 9 cm) in zwei Ansichten:
Oben rechts die verrußte Innenseite des Gefäßrestes und links daneben dessen Außenansicht. Hier ist am Gefäßboden die alte Innungsmarke der ehemaligen Töpferei (ein Kreis umschließt ein gleichwinkliches Kreuz) noch sehr gut erhalten.

Neben der alten Keramik, welche wohl aus dem 14. bis 15. Jahrhundert stammt, wurden noch weitere Relikte des alten Bergbaus gefunden. So konnte noch ein Bergeisen und eine Breithacke aus jener Zeit bei den Grabungen auf den kleinen Halden geborgen werden.

Von nord-westlicher Richtung aus gesehen: der Erzberg an einem Regentag im Oktober

03. Dez. 2019

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letzte Änderung am 30. August 2020 | harald.lochau@web.de

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