Vogtlandkristall


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Neufunde in den Steinbrüchen von Bösenbrunn (2012 bis 2014)

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Der Steinbruch Hohe Hut:
Erstfund von ged. Kupfer und Kakoxen!



Daß die Steinbrüche von Bösenbrunn immer für Überraschungen gut sind zeigen die Mineralienfunde der letzten zwei bis drei Jahre. Besonders im Jahr 2014 konnten einige überraschende Funde von neuen, bisher für diesen Steinbruch unbekannte Mineralien gemacht werden. So wurde im Steinbruch Hoher Hut auf der dritten Abbausohle ein Quarzgang angeschnitten, welcher neben Quarz, dessen Kristalle in der Regel mit Limonit überzogen waren, auch schöne Kristalle von unverwitterten Siderit in erbsenfarbenen Kristallen lieferte. Interessant ist, daß der Quarzgang sich zwischen Diabas und Schwarzschiefer (Schluffschiefer) befindet und diese Gesteine trennt. Die Schwarzschiefer entstanden aus kohlestoffreiche Schlammablagerungen in den Meeren des Devon, also vor über 400 Mio. Jahren. Der bis zu 80 Zentimeter breite Gang bestand zum größten Teil aus derben Gangquarz. Im Kontachbereich zum Diabas fanden sich meist nur kleinere Drusen welche mit Quarz** und gut ausgebildeten Siderit Kristallen ausgekleidet waren. Dagegen war der Kontaktbereich zum Schiefer viel interessanter. Hier befanden sich einige größere Anreicherungen einer Kupferkiesvererzung. Diese kompackten Erze zeigen an den Spaltflächen oft die schönsten Anlauffarben.

In einer zweiten Erzlinse trat Kupferkies zusammen mit erdig ausgebildeten Limonit auf. Das Erz ist im Randbereicht schon stark verwittert und bildet teilweise grobkörnige Gebilde im Limonit. Nach dem Reinigen der geborgenen Stücke fanden sich zu meiner Überraschung die ersten kleinen Kristallbildungen mit Kakoxen! Ein zweiter Neufund ist das Auftreten von gediegen Kupfer! Dieses bildete sich auf schmalen Kluftflächen im derben Siderit zusammen mit etwas Chrysokoll aus. Ab und zu wurde das Kupfer auch von Cuprit (auch kleinste Kristalle!) und Kakoxen begleitet. Das Kupfer bildet vielfach kleine Bleche aus, seltener auch kleine Kriställchen oder Drähte.
Eine große Druse (etwa 2 x 0,8 x 0,35 m) lieferte in Mai 2014 eine größere Anzahl an zellig ausgebildeten Quarzstufen. Die Quarz Kristalle erreichten meist nur eine Größe von einem Millimeter. Auf einer Seite ging diese Druse vom Diabas in den Schwarzschiefer über und veränderte radikal ihre Mineralisation. Quarz trat fast vollkommen zurück und an seiner Stelle wurde die Druse fast vollständig durch kleine Kristalle von Pyrit ausgefüllt. Die Pyrit Kristalle waren als Pentagondodekaeder ausgebildet, zum Teil stark verzerrt und erreichen selten eine Größen über 5 Millimeter. In diesem Kristallsand fanden sich einige ausgezeichnete Stufen von Pyrit** und Kupferkies**. Im weiteren Verlauf verengte sich die Druse und Siderit trat als Mineral in den Vordergrund, welcher nach etwa 2,5 Meter gangförmig im Schiefer auskeilte.










Im Foto rechts sind die wichtigsten Fundstellen der interessantesten Minerale des Quarz-Siderit-Ganges gekennzeichnet, welche nachfolgend vorgestellt werden.


Die nachfolgend beschriebenen Minerale stammen aus der großen Pyrit Druse (im Bildbereich rechts des Fotos der Fundstelle oben)







Dieses 21 cm hohe Gangstück stammt aus der großen Pyrit Druse (siehe auch Bild oben, rechter Bereich). Hier fanden sich ausgezeichnete Stufen von Pyrit und Kupferkies. Im unterem Bereich besteht das Stück aus Siderit. Danach folgt Pyrit** und etwas Kupferkies, welche zum größten Teil in Dolomit eingelagert sind. Oben findet sich noch ein Rest von Schwarzschiefer.





Kleine Quarzkristalle bis zu maximal 3 mm Größe bildeten bis zu 40 x 20 x 10 cm große Stufen in der großen Pyrit Druse aus, welche stark an Zellquarz errinnern. Das rechts abgebildete Stück hat eine Breite von etwa 15 cm.
Unten links befinden sich bis zu etwa 5 mm große Pyrit Kristalle auf Quarz**. Die unten rechts gezeigte Pyrit Stufe hat eine Breite von ca. 9 cm. Die Pyritkristalle sind durchweg als Pentagondodekaeder ausgebildet, wobei viele Kristalle mehr oder weniger stark verzerrt sind.







Pyrit ** als gut ausgebildete Kristalle in Form des Pentagondodekaeders auf farbig angelaufenen Kupferkies zeigt das linke Bild. Die bis zu 2,5 cm großen Kristalle sind teilweise mit Limonit bedeckt.


Kupferkies Kristalle in bester Ausbildung!

Neben den gut ausgebildeten Kristallen von Pyrit lieferte die Druse besonders schöne Stufen von Kupferkies. Die oft gut und scharfkantig ausgebildeten Kristalle erreichen eine Größe von fast 2 cm, zeigen einen hohen Metallglanz und wunderschöne Anlauffarben.
Die zwei Bilder oben bilden jeweils die gleiche etwa 5 cm breite Stufe mit Kupferkies** auf Quarz** in zwei verschiedenen Ansichten ab. Unten ist die beste Stufe des Fundes abgebildet. Die etwa 9,5 cm breite Kupferkies Stufe ist teilweise mit kleinen Pyrit Kristallen bedeckt und schillert in den schönsten Regenbogenfarben.




Die grau angelaufenen Kupferkies Kristalle dieser 5,5 cm x 7 x 1 cm großen Stufe bilden ein fächerförmig, dendritisch aussehendes Gebilde.


Erstfund von gediegen Kupfer!

Neben den oben genannten Mineralen trat auch gediegen Kupfer auf. In den schmalen Spalten und Rissen des anstehenden Dolomits bildete er vor allem dünne Bleche aus. Selten ist ged. Kupfer auch kleinen Kristallen oder auch drahtförmig vorgekommen. Die Paragenese besteht hauptsächlich aus Chrysokoll, Cuprit, Limonit und aus Kakoxen.
Durch den weiteren Gesteinsabbau ist diese interessante Vererzung leider nicht mehr zugänglich und weitere Funde sind deshalb zur Zeit nicht möglich.


Bild oben: blechförmig ausgebildetes Kupfer auf Limonit nach Siderit**. Unterhalb befindet sich ein aufgewachsener Kristall von Kupferkies. (Bildbr. ca.2cm)
Bild links: Bei dieser etwa 9 cm breiten Stufe ist das ged. Kupfer zum Teil blechförmig und teilweise in kleinsten Kristallen ausgebildet.
Unten ist ein etwa 13 cm breites Gangstück abgebildet, wo ged. Kupfer eine ehemalige Kluftfläche im Siderit als dünnes Blech ausfüllt.


Die große Überraschung: Kakoxen!


Das Eisenphosphat Kakoxen ist nach ged. Kupfer das zweite neu entdeckte Mineral in Steinbruch Hoher Hut. Dieses doch recht selten vorkommende Mineral fand sich nur an zwei kleinen Stellen des Quarz-Siderit Ganges in unmittelbaren Kontakt zum Schwarzschiefer. Kakoxen bildet hier im zelligen Limonit kleinste Kristallbüschel von gelber bis bräunlicher Farbe aus. An anderer Stelle bildete er derbe Anflüge und kleinere Kristallrasen. Hier in Paragenese mit ged. Kupfer, Cuprit (dieser auch in Kristallen) und Limonit.
Unten links ist eine etwa 8,5 cm breite Stufe mit Kakoxen (in Kristallen und derb), ged. Kupfer (kleine Kristalle und blechförmig), mit Cuprit** und Limonit sowie etwas Chrysokoll abgebildet. Im Bild daneben sitzen kleine radialstrahlige Gebilde von Kakoxen in zellig ausgebildetem Limonit, welche kaum den Durchmesser von einem halben Millimeter erreichen.


... und kleine Kristalle von Cuprit!


Im Bild: Cuprit ** auf 7 cm breiter Stufe. Die kleinen Kristalle bilden einen dichten Rasen auf Limonit aus und zeigen einen hohen Glanz. Cuprit bildete auch nadelige Kristalle von bis zu 8 mm Länge aus. Begleitmaterial war hier meistens Chrysokoll.


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Auf der 6. Abbausohle wurden der Nicodemusgang weiter angefahren. Hier trat wie schon zu früheren Zeiten wieder reichlich derb ausgebildeter Kupferkies auf. Dieser bildet vorallem linsen- bis gangförmige Strukturen aus oder zeigt sich als unterschiedlich große Einsprenglinge in Spat. Kristalle von Kupferkies wurden nicht beobachtet. Neben Quarz**, Limonit als Glaskopf und Siderit** fanden sich auch wieder schöne Malachitgarben bis zu einem Zentimeter Größe. Bismuthinit und Bismutit trat sehr selten in bis zu 5 cm langen Kristallen in derben Limonit auf. Ein weiterer Zufallsfund ist kristallisierter Cuprit in einer kleinen Druse in Limonit.








Bild rechts: Siderit** auf Quarz** in bis zu 1,5 cm großen Kristallen.



Die beiden Bilder unten zeigen schön ausgebildeten Malachit.
Unten links: Strahlig ausgebildeter Malachit bis über 2 cm auf Limonit.
Rechts unten: Malachitbüschel in Kupferkies - Limonit Druse. Der Durchmesser der Druse beträgt etwa 5 cm.










Kräftig blau gefärbter Chrysokoll auf Limonit und Quarz. Breite der Stufe rund 8,5 cm.










Schöne kleine, etwa 2 cm breite Druse mit Cuprit Kristallen auf Limonit. In Paragenese befindet sich noch etwas Chrysokoll.


Bismutit und Bismuthinit


Die folgenden Fotos zeigen gut ausgebildete Kristalle von Bismutit nach Bismuthinit. Dabei liegt der Bismutit als Teilpseudomorphose nach Bismuthinit vor, da im Innern der strahligen Kristalle noch Reste von Bismuthinit vorhanden sind. Die bis zu 5 cm langen Kristalle sind fast immer in derben Limonit eingebettet und nur selten ragen kurze Kristallspitzen in Drusenräume aus in Limonit umgewandelten Siderit hinein. In unmittelbarer Paragenese traten noch Kupferkies, Cuprit**, Chrysokoll, etwas Malachit** und Limonit in Form von Glasköpfen auf.
















Stufen mit langprismatisch ausgebildeten Quarz Kristallen sind in den Steinbrüchen von Bösenbrunn recht selten anzutreffen. Die abgebildete Stufe mit bis zu 5 cm großen Milchquarzen stammt aus einem Fund des Sammlers A. Krien. Die Quarze sind teilweise mit Limonit überzogen. Eingelagerter Chlorit bildete bevorzugt an der Kristallbasis dunkel- bis schwarzgrüne Farbzonen aus.




Neufunde im Steinbruch Glockenpöhl


Seit über zwei Jahren wird dieser Steinbruch an seiner östlichen Flanke erweitert. Nach viel Abraum zeigen sich auf der 2. Abbausohle erste Bereiche mit festen Diabasgesteinen. Anfangs wurde sogar dunkelgrauer Basalt angefahren. Hier traten in verschiedenen Zonen kleine Drusen (bis 2.5 cm) auf, in denen sich einige Minerale der Zeolithgruppe ausgebildet haben. Einige Zeolithe, wie Chabasit sind sicher bestimmt; bei anderen sind noch Analysen nötig. Im Kontakt zu Basalt traten auf schmalen mit Lehm gefüllten Klüften Epidot** (bis 1 cm) und Feldspat (als Paradoxit) in bis zu 5 mm großen Kristallen auf. Beim Abbau der 2. Sohle wurde ein größerer Quarzgang angefahren, welcher im südöstlichem Teil eine große Anreicherung von Baryt führt. Baryt trat im Steinbruch Glockenpöhl bisher nicht auf. Die recht selten vorgefundenen Kristalle erreichen kaum 2 cm in der Größe, sind undurchsichtig, von weißer Farbe und nicht besonders gut ausgebildet. Im Randbereich der Barytlinse fanden sich Paragenesen von feinkörnigen Quarz nach Dolomit**, Baryt** und Fluorit**.





Im nordwestlichem Bereich des Quarzganges fehlt Baryt bisher vollkommen. Dafür bildete Fluorit eine über 2 Meter lange Linse aus. Ihr Inhalt bestand aus durch Lehm verschmutzten Fluoritsand, in welchem sich vereinzelt durch Limonit verfärbte Kristallbruchstücke mit bis zu 2 cm Kantenlänge fanden. Oberhalb dieser Fluoritlinse trat noch eine weitere auf. Diese erstreckte sich auf einer Länge von ca. einem Meter, war etwa 70 cm hoch, bis zu 20 cm breit und bestand aus festen, noch bergfrischen Fluorit. Farblich dominierte ein blaß-blauer Farbton, begleitet von grünen und weißen Bereichen. Besonders im unteren Bereich der Linse traten kleinere Drusen auf. Hier fanden sich neben Quarz** (bis 4 mm) und Chalcedon auch die ersten Belege von kristallisierten Fluorit! In einer etwas größeren Druse konnte ich im Herbst letzten Jahres Fluorite bis zu 5 cm Kantenlänge bergen. Diese werden von bis zu 1 cm goßen Perimorphosen von Quarz nach Calcit** (Kanonenspat) begleitet.
Ein kleinerer parallel verlaufender Quarzgang lieferte schöne weiße und hochglänzende Quarze. Die bis zu etwa 1 cm großen Kristalle bildeten bis zu handgroße Stufen. Das innere der Kristallkluft wurde von schwarzem Manganmulm ausgefüllt.


Oben links ist das bisher beste Belegstück mit Fluorit (Kristalle bis ca. 4 cm Kantenlänge!) auf Quarz** abgebildet. Das rechte Bild zeigt eine Pseudomorphose von Quarz (Chalcedon) nach einem 2 x 3 cm großen Fluorit Kristall.

27. Febr. 2015

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