Vogtlandkristall


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Die Minerale vom Stbr. ,,Hoher Hut´´

Fundstellen > Steinbrüche > Die Steinbrüche bei Bösenbrunn

In den letzten Jahren wurde der Steinbruch am Hohen Hut massiv erweitert. Dabei wurden auch die unter dem Diabaskörper liegenden Schiefer angefahren, welche zum Teil auch im Diabas eingelagert sind. Im Kontaktbereich der Gesteine traten dabei auch kleine Skarnbildungen auf, welche eine Reihe interessanter Mineralien lieferte. Die im Diabaskörper vorkommenden Gänge und Störungen liefern eine ähnliche Mineralien Paragenese wie die im Stbr. Glockenpöhl; wenn auch in anderer Ausbildung und Qualität.
Besonders deutlich ist es am Nicodemusgang zu beobachten. Obwohl dieser durch beide Steinbrüche verläuft und beide Steinbrüche direkt nebeneinander liegen, zeigt er einige Unterschiede in seinem Aufbau und seiner Mineralisation. Im Stbr. Glockenpöhl bestand der Gang in weiten Bereichen vorwiegend aus Quarz und Dolomit. In den reichlich vorgekommenen Klüften und Hohlräumen fanden sich zum Beispiel ausgezeichnete Stufen verschiedener Karbonate, wie Calcit**, Dolomit** und Ankerit**.
Im Steinbruch Hoher Hut sind diese Mineralien selten oder überhaupt nicht anzutreffen. Der Nicodemusgang besteht hier vor allem aus Limonit und Gangquarz. In den wenigen Drusen findet der Sammler vor allem Limonit als Glaskopf ausgebildet, zum Teil mit Quarz** und Wad vor. Siderit** und kleine Kristalle von Pyrolusit sind etwas seltener. Auf den unteren Sohlen fanden sich bis zu meterlange Linsen mit körnigem Flußspat, in denen vereinzelt auch Fluoritkristalle mit bis zu 5 cm Kantenläge auftraten. Bemerkenswert sind einige größere Anreicherungen von Kupfererzen. Diese treten besonders im Limonit des Ganges in Form von Kupferkies, Malachit**, Chrysokoll und etwas Cuprit auf. Begleitminerale sind zum Teil Quarz und Fluorit.

Kupferkies findet sich in einigen Bereichen des Steinbruchs relativ gehäuft. Neben den Erzlinsen im Nicodemusgang ist er meist in derber Ausbildung in einigen Bereichen der Quarzgänge eingelagert. In den Drusen sind gut ausgebildete Kristalle recht selten. Der Kupferkies aus dem Nicodemusgang ist in der Regel kollomorph ausgebildet und mit einer Kruste von Limonit überzogen, auf welcher sich zum Teil schöne Malachitkristalle ausgebildet haben. Im Innern dieser Knollen befinden sich oftmals kleine Drusen mit nadlig oder strahlig ausgebildetem Malachit**. Bei einigen Kupferkiesknollen, welche im kiesigen Flußspat vorkommen, befinden sich an der Außenseite Krusten von Chrysokoll und Fluorit. Teilweise ist der Kupferkies schon in Limonit oder auch in Cuprit umgewandelt. Chalcosin tritt gelegentlich in derber Ausbildung auf.



Ansicht des Nicodemusganges im Juli 2011.
Im Schurf befinden sich reiche Kupfererzvorkommen.>>>









Das Bild links zeigt eine große Kupferkies-Knolle, mit etwa 35 cm im Durchmesser. Leider zerfiel diese bei der Bergung in ein paar Dutzend Einzelteile.

Ein noch größeres Stück mit den Ausmaßen von ca. 50 x 45 x 12 cm und einem Gewicht von ca. 22,5 kg konnte jedoch im Ganzen geborgen werden.

Bild oben:
Malachit** und Limonit auf Kupferkies (Bildbreite 10 cm).

Bild unten links:
Malachit** und Limonit als Glaskopf auf Kupferkies** (Bildbr. 1,5 cm).

Bild unten rechts:
Malachit**, Chrysokoll und Fluorit auf Kupferkies (Stufenbr. 9 cm)


















Chrysokoll in
Quarzdruse,
Bildbreite 8 cm.







Bild rechts:
Kupfererz-Gangstück ( Breite 7 cm), bestehend aus Chalkosin (Kupferglanz), Malachit(**), Chrysokoll und Limonit. Von einem anderen Fund stammen auch knollige Aggregate, welche sich aus einem Gemenge von Calkosin und Limonit zusammensetzen.

Bild links oben: Langprismatischer Quarz** mit etwas Pyrolusit, Stufenbr. 11 cm.
Bild rechts oben: Typische, etwa 12 cm breite Quarzstufe vom Stbr. Hoher Hut


Besonders in den oberen Abbaubereichen des Steinbruchs durchzogen zahlreiche Quarzgänge den damals anstehenden Diabaskörper. Diese Quarzgänge waren meistens nur wenige Zentimeter breit und erreichten selten eine Breite von ca. 30 bis 40 cm. Die in der Regel von SW nach NO verlaufenden Gänge enthielten immer wieder verschieden große Klüfte in denen sich vor allem
Quarz in Kristallen ausbilden konnte. Die Qualität dieser Quarze war dabei recht unterschiedlich. In den meisten Fällen bildet er gedrungene, pyramidale Kristalle aus, welche zum Teil schöne ausgeschwimmerte Platten bilden. Seltener sind langprismatisch ausgebildete Kristalle. Ab und zu treten auch Artischocken- und Phantomquarze auf. In wenigen Fällen sind auch Kristalle bekannt geworden, welche einen Ansatz zum Fensterquarz zeigen.
Die Quarzkristalle erreichen im Durchschnitt Größen von ein bis zwei Zentimeter; können aber auch vier bis fünf Zentimeter groß werden. Die Farbe reicht vom undurchsichtigen Weiß bis hin zum Bergkristall.
Im Sommer des Jahres 2000 konnte ich eine kleine Quarzdruse öffnen, welche vollkommen mit Chlorit ausgefüllt war. Die Quarzkristalle sind durch eingelagerten Chlorit grau-grün gefärbt. Ihre Oberfläche ist zum Teil rau und mit mattem Glanz.
Begleitminerale der Quarze vom Steinbruch Hoher Hut sind vor allem Limonit, verschiedene Manganerze, Kupfererze, Siderit, Dolomit , Calcit, Epidot und einige andere Mineralien des Steinbruchs.
In einigen Bereichen des Steinbruchs tritt auch
Chalcedon auf. Ein Fund in der Nähe einer kleinen Skarnbildung lieferte 1996 bis zu etwa 5 cm große Chalcedon Perimorphosen nach Feldspat (Albit ?), in dessen Innern sich Calcit** ausgebildet hat.


Die Bilder oben zeigen zwei sehr schöne Stufen mit Bergkristall von einem Fund aus dem Jahre 1998, von der 3. Abbausohle. Die obere Stufe ist bei einer Breite von 6,5 cm vollkommen ausgeschwimmert. Die untere der beiden Stufen hat eine Breite von 6 cm.







Das Bild links zeigt eine etwa 8,5 cm breite Quarzstufe, welche aus der ober beschriebenen, mit Chlorit gefüllten Druse stammt.













Die nebenstehend abgebildete, mit Limonit überkrustete Quarzstufe hat eine Breite von ca.12 cm.





Im rechten Bild sind zwei Perimorphosen von Calcedon nach Feldspat (Adular?) abgebildet. In der linken, etwa 4,5 cm hohen Stufe bildete sich im Hohlraum der Perimorphose noch ein Calcit-Kristall aus.
Das rechte Stück ist vollkommen erhalten.

Die in den hydrothermalen Gängen vorkommenden Cu- und Eisenerze werden immer wieder von verschiedenen Manganerzen begleitet. Sie sind die vorläufig letzten Minerale, welche in den Gängen ausgeschieden wurden. So finden wir auf den Glasköpfen krustige bis schalige Ausbildungen von Psilomelen und von Ranciéit. In den Drusen befinden sich auch immer wieder reichliche Ansammlungen von Wad. Kleinste Kristalle von Pyrolusit bildeten sich vor allem in Quarzdrusen aus.


Auf dieser etwa 5,5 cm breiten Limonitstufe ist der Ranciéit besonders farbintensiv ausgebildet.

In einigen Bereichen des Steinbruchs tritt gelegentlich auch Fluorit auf. In derber Ausbildung findet man ihn meistens in kleinen Anreicherungen (besonders im Nicodemusgang) im Gangquarz oder im Limonit, zum Teil zusammen auch mit Siderit. Seine Farben reichen von weiß über grün und blau bis hin zum violett und können zum Teil sehr intensiv sein. Im Nicodemusgang bildete er im erdigen Limonit auch größere, bis zu etwa einem Meter lange Linsen, in denen er in loser, körniger Form auftrat. Im Randbereich dieser Linsen fanden sich selten auch Kristalle mit bis zu 5 cm Kantenlänge. Diese Fluorite sind an ihren Oberflächen angelöst und zeigen einen matten Glanz. Sie sind farblos und durchscheinend.
In kleinen Quarzdrusen befinden sich selten auch gut ausgebildete, durchsichtige und flächenreiche, bis zu etwa 3 Millimeter große Fluoritkristalle.
Die überwiegende Kristallform ist der Würfel, zum Teil auch parkettiert. Recht selten traten auch kleine Fluorit-Oktaeder und flächenreiche Kristallkombinationen auf. In einigen Quarzdrusen fanden sich auch bis zu 5 cm große Negative nach Fluorit**.

Oben links: Kleine, klare und sehr flächenreiche Fluorite auf Quarz** von einem Fund im Oktober 2011. Bildbreite etwa 9 mm.

Unten links: Der etwa 4 mm breite Fluorit Kristall zeigt sehr schön die Kombination von Würfel und Tetrakishexaeder.

Im Bild rechts oben sind verschiedene Fluorit Kristalle aus dem Nicodemusgang abgebildet. Der große Kristall hat eine Breite von 4,6 cm.

Siderit bildet in der Regel derbe Anreicherungen aus, welche vorwiegend im Nicodemusgang auftreten. Oft ist dieser aber schon in Limonit umgewandelt. Vereinzelt bildet der Siderit in den Drusen der Gänge schöne Kristalle aus. Diese können dabei Kantenlängen von bis zu etwa 2 cm erreichen. Noch frische, unverwitterte Kristalle zeigen einen hohen Glanz. Der Farbton ist meistens hellbraun bis erbsengelb und in wenigen Fällen auch grünlich-gelb.
Wie oben aber schon angedeutet handelt es sich aber bei den meisten Kristallen nicht mehr um Siderit. Hier liegen schon Pseudomorphosen von Limonit und / oder Goethit nach Siderit** vor. Als Begleitminerale sind vorwiegend Quarz, Dolomit, Calcit, Pyrit, Fluorit und verschiedene Kupfererze zu nennen.



Bei dieser ca. 13 cm breiten Stufe handelt es sich um eine Pseudomorphose von Limonit nach Siderit**. Die Kristalle sind teilweise mit einer dünnen Kruste von Pyrolusit überzogen.

Vor Jahren wurde im Südteil des Steinbruchs ein Abschnitt mit einer besonders interessanten Mineralien-Paragenese abgebaut. Hier wurden von etwa 1990 bis 1994 im Kontaktbereich vom Diabas zum angrenzenden Schiefer kleinere Skarnbildungen angeschnitten. Diese Bereiche lieferten zum Teil ausgezeichnete Mineralien, wie Epidot**, Granat**, Wollastonit (selten), Hämatit** (als Eisenrosen), Magnetit, verschiedene Feldspäte, selten auch Zinkblende mit etwas Greenockit; sowie etwas Malachit** und Chrysokoll. Der Granat tritt in den Skarnen als Andradit in kleinen Kristallen (bis ca. 5 mm) auf. Seine Farbe ist rotbraun bis grünlich-grau. Kleine Kristalle bis ca. 1 mm sind oftmals durchsichtig und leuchtend gelb ausgebildet. Diese Farbvariante des Andradit´s wird auch als Topazolith bezeichnet. Bemerkenswert ist der Fund einer kleinen Stufe mit bis zu 2 mm großen Axinit-Kristallen zusammen mit Chlorit** auf Bergkristall**.
Leider wird in diesem Bereich des Steinbruchs kein Gesteinsabbau mehr betrieben. Hier ist schon seit Jahren alles mit hohen Abraumhalden verfüllt, so daß die Mineralien von dort als historisch zu betrachten sind.

Bild...
... oben links:
Axinit** (Kristalle bis ca. 2 mm) und Chlorit** auf Bergkristall**.
... links mitte: Epidot** auf Albit**, Stufenbreite 6,5 cm.
... links unten: Hämatit** in bis zu 3 mm großen Eisenrosen.
... rechts oben: Sehr schöne, etwa 6 cm hohe Stufe mit Andradit** und Adular**. Diese wohl einmalige Stufe vom ,,Hohen Hut´´ ist vollkommen ausgeschwimmert!
... unten rechts: Epidot in bis zu einem Zentimeter großen Kristallen auf Quarz**.



Ebenfalls im Kontaktbereich vom Diabas und Schiefer treten hin und wieder Anreicherungen von
Pyrit auf. Dieser ist im Gestein in knolliger Form ausgebildet und kann auf Kluftflächen auch schöne Pyritsonnen ausbilden. Zum Teil ist er auch schon verwittert und so bildeten sich in kleinen Hohlräumen und auf den Klüften des Gesteins bis zu 3 cm lange, nadlige Kristalle von Gips aus, welche in einigen Fällen von kleinen Ausblühungen von ged. Schwefel begleitet werden.


Gips** in radialstrahliger Ausbildung, bis zu 2 cm Durchmesser, zusammen mit ged. Schwefel auf Schwarzschiefer.











Ged. Schwefel und Limonit auf Gips** (Bildbreite ca,2,8 cm).

Weitere interessante Minerale des Steinbruchs:







Minerale der Bi-Co-Ni Formation sind im Steinbruch Hoher Hut recht selten anzutreffen. Hierbei handelt es sich vor allem um um
Bismuthinit und Bismutit. Sehr selten fand sich auch ged. Silber in klumpiger Ausbildung bis 0,5 mm Größe.



Bismuthinit auf Diabas (Bildbreite ca.2 cm).





Im oberen Bereich des Nicodemusganges traten während des Gesteinsabbaus auch kleinere Anreicherungen von Bleiglanz (Galenit) auf. Als sekundere Bildungen nach Bleiglanz fanden sich Cerrussit** (bis 3 mm), kleinste nadelförmige Pyromorphite** und als Seltenheit kleine Kriställchen von Wulfenit. Dieser trat als blockige Kristalle oder in Doppelpyramiden auf.



Bild oben:
Bleiglanz als 1,6 cm breiter, angelöster Kristall.



Bild rechts:
Wulfenit in zwei verschiedenen Kristallformen auf einer Stufe. Bildbreite etwa 7 mm.


Auf den oberen Abbausohlen im Nord-Ost Teil des Steinbruchs wurde in den Jahren von 2001 bis etwa 2004 kleine Kriställchen von Titanit und Anatas gefunden.
Die Kristalle traten zusammen mit Bergkristall** in den schmalen Diabasklüften auf und erreichten dabei selten Größen von über einem Millimeter.



Im Bild rechts:
Anatas Kristall aus dem Steinbruch Hoher Hut. Die Kristallgröße beträgt etwa 2 mm.









Ebenfalls aus dem Kontaktbereich der Gesteine stammt diese 6 x 4 x 3 cm messende Stufe aus
Halloysit. Halloysit kommt auch auf Quarz** und Limonit vor.

Zum Schluss noch ein Foto der ,,Großen´´ Andradit Stufe vom Steinbruch Hoher Hut. Auf ihr befinden sich neben Granat** (als Andradit und Topazolith) noch Quarz** (gerieft), Epidot** und aus der Gruppe der Feldspäte noch etwas Adular**. Die topp ausgebildete Stufe ist mit 14 x 11 x 9 cm wohl auch die größte vom Fundpunkt. Ihre Matrix besteht aus Granat, Epidot, Quarz und Hämatit.


Fundmöglichkeiten:

Offiziell bestehen seit 2013 keine Fundmöglichkeiten mehr!

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letzte Änderung am 12.01 2018 | vogtlandkristall@web.de

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