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Die Johannes- Fundgrube bei Thiergarten

Fundstellen > Fundstellen des Altbergbaus









Die Fundstelle im Jahr 1998.

In der Umgebung der Stadt Plauen befinden sich eine ganze Anzahl alter Gruben, auf denen zum Teil schon seit dem 12. Jahrhundert rege Bergbautätigkeit herrschte. Schwerpunkte waren dabei die hydrothermalen Eisenerzgänge, welche teilweise auch so viel Kupfererz führten, daß sich damals dessen Abbau lohnte. Eine der bekanntesten dieser Gruben ist die St. Johannes-Fundgrube bei Thiergarten, süd-westlich von Plauen. Unterhalb des Grubengeländes wird das zwischen der Bahnlinie Plauen - Weischlitz und der Weißen Elster liegende Weidegebiet noch heute als Kupferwiese bezeichnet.

Durch Verwitterung und chemische Umwandlung der primären Minerale und Erze entstanden im eisernen Hut der Lagerstätte neue sekundäre Ausbildungen, wie etwa Malachit und Azurit. Die St. Johannes-Fundgrube lieferte in den letzten Jahren immer wieder überraschende Funde besonders dieser beiden Mineralien.

Aragonit
Aragonit tritt nur vereinzelt als krustenförmige Überzüge auf.

Limonit
Limonit ist auf der ganzen Fundstelle vertreten, bildet aber selten glaskopfartige Gebilde aus.

Azurit**
Azurit ist neben dem recht häufig vorkommenden Malachit eigentlich das begehrteste Mineral von der Johannes-Fundgrube überhaupt. Dabei ist dieses Mineral nur untergeordnet und selten auf den Halden zu finden. Azurit tritt derb als Krusten und in zum Teil schönen Kristallen auf. Die seltenen Kristalle erreichen dabei kaum Größen bis zu einem Millimeter.



Die unten abgebildete Stufe ist etwa 7 cm breit (Eigenfund 2003)

Malachit**
Der Malachit ist das eigentlich bekannteste Mineral dieser Fundstelle. Er bildet vorrangig krustige bis knollige, glaskopfartige und zum Teil auch gebänderte Formen aus. Weniger häufig ist dieses Mineral in faserigen, haarförmigen bis nadligen Kristallen oder in büscheligen Aggregaten zu finden. Die besten Ausbildungen befinden sich in den Auslaugungshohlräumen in Gangquarz und in den Quarzdrusen selber. Hinsichtlich der Qualität und der Größe der Malachstufen ist diese Fundstelle eine der ergiebigsten und besten im Vogtland überhaupt.

Glaskopfartig ausgebildeter Malachit in etwa 7 cm breiter Druse (Fund Juni 1987).










Kristalliner Malachit auf 5 cm breitem Gangstück, aus einem Fund vom Juli 1997.

Baryt
Baryt wurde bis jetzt nur als grobspätige Massen bis mehrere Kilogramm Gewicht in Paragenese mit Quarz, Malachit und Limonit gefunden.

Calcit
Kalkspat ist vorwiegend als derbe Gangausbildung zu finden. Selten zeigen sich auch schlecht ausgebildete und stark angelöste Kristalle auf Quarz**.

Pyrolusit**
Selten findet sich Pyrolusit in kleinsten Kriställchen zusammen mit Limonit und Quarz.

Chrysokoll
Chrysokoll tritt auf dieser Fundstelle nur untergeordnet und selten zusammen mit Malachit auf.


Im Bild eine sehr schöne, 11 cm breite Stufe, mit Malachit**, Chrysokoll und Limonit.

Cuprit
Cuprit findet sich zuweilen in Paragenese mit Kupferkies und Homichlin. Kristalle sind bis jetzt nicht bekannt. Des Weiteren tritt er auch als Ziegelerz in zum Teil größeren Partien auf.

Quarz**

Quarz tritt auf den Halden der Fundstelle sehr häufig in derber Form auf (Gangquarz). An kristallisierten Formen treten zwei Ausbildungsformen auf:

-Eine Ausbildung der Quarze sind langprismatische, milchig-trübe Kristalle, welche auch als Doppelender vorkommen.Zum Teil sind diese Kristalle tektonisch stark beansprucht und zerrissen. Ihre Oberflächen haben einen matten Glanz. Die Größe der Kristalle liegt im Schnitt zwischen 1 und 5 cm. Selten kommen auch größere Kristalle vor.
- Bei der zweiten Form der Quarze sind die Kristalle selten größer als 1 cm und pyramidal ausgebildet, haben meistens einen hohen Glanz und sind zum Teil durchsichtig. Diese Quarze treten ausschließlich in Drusen auf.
Malachit kann bei beiden Arten als Begleiter auftreten.

Das Bild unten zeigt die verschiedenen Quarzausbildungen (Bildbr. etwa 15 cm).


Goethit**
In kleinen strahligen Aggregaten tritt Goethit selten zusammen mit Limoit und Malachit auf.

Homichlin
Selten zusammen mit Kupferkies und Limonit.

Kupferkies
Da der Kupferkies früher das Haupterz der Bergleute war ist von ihm nur noch wenig auf den Halden zu finden. Bis heute wurden noch keine Kristalle gefunden. Das Erz ist wahrscheinlich nur in derber Form in den hydrothermalen Gängen aufgetreten.

Rechts im Bild:
Ein etwa 9 cm breites Gangstück mit Kupferkies, Malachit, Limonit und etwas Cuprit.

Siderit**
Bisher nur eine kleine Stufe mit schwarzbraunen Kristallen bekannt.

Die Mineralien der Johannes-Fundgrube:
(ohne Anspruch auf Vollständigkeit)

Aragonit
Azurit**
Baryt
Calcit(**)
Chalkopyrit (Kupferkies)
Chrysokoll
Cuprit (auch als Ziegelerz)

Homichlin
Limonit
Malachit**
Pyrolusit**
Quarz**
Siderit**




Fundmöglichkeiten:
Die St. Johannes-Fundgrube bietet dem aktiven Mineraliensammler noch für viele Jahre genug Potenzial, um gute und vielleicht auch spektakuläre Funde zu machen!

Ein ganzer Tag Arbeit
(vom 23.07.2008) :
Links noch bergfrisch und rechts nach der Reinigung. So eine gute Ausbeute ist sicherlich die Ausnahme!

Blick von der Fundstelle über das Tal der Weißen Elster auf die 1576 geweihte evangelisch-lutherische Renaissancekirche zu Straßberg, einem kostbaren Renaissancebau im Schloßkirchentypus.

Bild oben links:

In der Nähe von Straßberg befindet sich direkt am Vogtland Panorama Weg eine weitere Sehenswürdigkeit des Vogtlandes; die Steinernen Rosen von Straßberg. Dieses für das Vogtland einzigartige Naturdenkmal sind die Reste eines untermeerisch ausgeflossenen Lavastromes, welcher kissenartige Körper ausbildeten. Diese Lavakissen erhielten durch die Abkühlung im Meerwasser einen konzentrisch-schaligen Aufbau. Durch die Verwitterung der Gesteine lösten sich immer wieder einzelne Schalungsschichten dieser Formation ab und es entstanden Gesteinsgebilde, welche uns an Rosenknospen erinnern.

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letzte Änderung am 12.01 2018 | vogtlandkristall@web.de

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