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Die Grube Rother Strauß, Bösenbrunn

Fundstellen > Steinbrüche > Die Steinbrüche bei Bösenbrunn

In Gegenden mit Altbergbau werden immer wieder alte Bergwerksanlagen, Stollen oder auch die alten Erzgänge freigelegt. Meistens geschieht dies durch durch Baumaßnamen, wie durch den Tief- und Straßenbau oder auch durch den Gesteinsabbau in Steinbrüchen. So wurde zum Beispiel 2010 beim Ausbau der Bundesstraße B 172 südlich von Großzöbern in der Nähe des ehemaligen Dorfes Ramoldsreuth die Stollen der alten Grube ,,Treue Freundschaft´´ beim Bau eines Wassersammlers wieder entdeckt. Auch in der Granitgrußgrube am Streuberg bei Bergen im Vogtland wurden alte Stollen des ehemaligen Uranbergbaus freigelegt.
Im Steinbruch ,, Hoher Hut´´, bei Bösenbrunn /i.V., wurde im Jahr 2012 im östlich gelegenen Abbaugebiet im Bereich der 3. und 4. Abbausohle ein Eisenerzgang auf einer Länge von etwa 35 Meter angefahren. Hier baute im ausgehenden 19. Jahrhundert die Grube ,,Rother Strauß´´ besonders Roteisenstein und auch Magnetit ab. Der Erzgang verläuft in NO-Richtung und fällt mit ca. 30 bis 40 Grad nach SO ein. Seine Breite beträgt im Schnitt ca.80 cm, wobei er an den Salbändern nicht deutlich abgegrenzt ist. Die Erzführung ist stark absätzig und der Erzgang geht allmählich immer erzärmer werdend in taubes Nebengestein über.


Die Minerale des Erzganges:

Hämatit (Roteisenstein):
- gangförmig, knollig; ersetzt im Randbereich das Nebengestein
Magnetit:
- gangförmig, körnig und geht zum Teil ins Nebengestein über; selten kleinste Kristalle
Chlorit (Chamosit):
- zusammen mit Magnetit und Pyrit
Limonit:
- kleine Bereiche im Gang
Gips:
- kleine Kristalle als Verwitterungsprodukt aus Pyrit
Pyrit:
- dendritisch im Chlorit (Chamosit)
- selten in bis zu 1 cm großen Kristallen; immer in Hämatit, Magnetit und Chlorit (Chamosit) eingewachsen
Kupferkies:
- selten kleine eingewachsene Kristalle oder derbe Anreicherungen in Gangcalcit
Chrysokoll:
- einzelner Fund in verwittertem Limonit
Quarz, Dolomit und Calcit:
- derb als Gangmasse

Das Bild oben rechts zeigt den nach SO einfallenden Eisenerzgang (Diagonal im Bild von links unten nach rechts oben).
Im Bild darunter ist der Erzgang an der Bruchwand oberhalb der 4. Abbausohle zu sehen.

Die beiden Bilder unten zeigen große Erzbrocken im Haufwerk auf der 4. Abbausohle.
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Einige Anschliffe und Erzstufen aus dem Fund von 2012:










Hämatit; anpoliertes,
etwa 9 cm breites Gangstück







Unten:
Poliertes Gangstück, bestehend aus
körnigen Magnetit, Stufenbreite 10 cm.







Bild rechts:
Magnetit Gangstück, welches mit kleinen Magnetit Kristallen und etwas Limonit besetzt ist.

(Stufenbr. ca. 7 cm)










Bild links zeigt ein etwa 8 cm breites Erzstück, wo das geschieferte Nebengestein vollständig in Hämatit umgewandelt vorliegt.
Die Durchtrümerung besteht aus Gangquarz.


Bild unten links:
Schönes, anpoliertes, 15 cm breites Stück aus Eisenkiesel.
Bild rechts unten:
Anpoliertes Gangstück (12 cm breit)aus rotem Eisenkiesel, welcher mit Pyrit Kristallen im körnigen Magnetit eingelagert ist. Links an der Stufe befindet sich noch etwas Limonit.



Eigenartig ist die Ausbildung dieser Ganggesteine: Dendritisch ausgebildeter Pyrit, welcher aus kleinen Kristallen besteht, durchzieht derbe Stücke von Clorit (Chamosit).
Das Gangstück links hat eine Breite von 16 cm. Im anpolierten Stück rechts befinden sich neben diesen Ausbildungen auch größere Kristalle von Pyrit. Die Breite dieser Stufe beträgt etwa 9 cm.







Im nebenstehenden Bild ist ein 14 cm breites Gangstück abgebildet, welches eine interessante Paragenese zeigt. Im mittleren Bereich finden wir Hämatit, welcher von grobkörnigem Pyrit ummantelt ist. Beide Mineralabfolgen sind nach außen hin in Chlorit (Chamosit) eingelagert.






Pyrit Kristalle sind nur vereinzelt und nicht frei ausgebildet vorkommen. Die hier abgebildeten Stücke zeigen Pyrite, welche in Chlorit (Chamosit) eingelagert sind. An Kristallformen treten der Würfel, das Pentagondodekaeder und deren Kombinationen auf. Oft sind diese Kristalle tektonisch beansprucht oder verzerrt.


Die Breite der abgebildetenStücke:
-oben links 13 cm
-oben rechts 5cm
-unten rechts 12 cm

Bild unten links.
Gangstück (16 cm breit), bestehend aus Eisenkiesel, Gangquarz, Dolomit, Calcit (in diesem sind Kristalle von Kupferkies eingelagert) und etwas Clorit.
Bild unten rechts:
6 cm hohes Gebilde aus Chrysokoll und Limonit.






Gangmaterial, wie dieses farbintensive Stück Eisenkiesel mit Magnetit und Pyrit**, fand sich leider recht selten.

(Größe 9 x 9 cm)



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letzte Änderung am 12.01 2018 | vogtlandkristall@web.de

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