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Der Steinbruch Burgk bei Schleiz

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Etwa 2 Kilometer westlich der Anschlussstelle Schleiz an der A4 befindet sich an der Straße nach Gräfenwarth, gleich links hinter dem Abzweig nach Burgk der Steinbruch Burgk. Im weitläufigen Steinbruch werden vor allem Diabase und Diabastuffe abgebaut und zu Schotter und Splitte weiter verarbeitet.
Allgemein gilt der Bruch unter den Mineralfreunden als mineralarm. Die wenigen Störungszonen führen an Mineralien hauptsächlich Dolomit, Calcit und Gangquarz. Bekannt wurde der Steinbruch vor allem durch gut ausgebildete Kristalle von Fahlerz. Seine Paragenese besteht hauptsächlich aus Chrysokoll, Malachit und Azurit; sowie aus Dolomit und Calcit. Selten fand sich dabei auch Cuprit und ged. Kupfer. Hin und wieder wurden auch Kristalle von Kupferkies, Pyrrhotin und kleinen Quarzen gefunden. Spektakulär war der Fund von Ni-Erzen in der Zeit vom Herbst 2016 bis zum Sommer 2017 im westlichen Teil des Steinbruch´s.
Im Juli 2017 konnten in einer großen Kluft gut ausgebildete Quarze geborgen werden.

Der Steinbruch Burgk im Frühjahr 2017


Die mächtige Bruchwand an der Ostseite des Steinbruchs zeigt einen geologisch interessanten und reich strukturierten Aufbau der Gesteinsschichten. Oben im Bild ist die steil stehende Störung mit der großen Kluft (siehe rechtes Bild) sichtbar.Die Druse bestand aus weißen Gangquarz, welcher durch eingelagerten Chlorit stellenweise schmutzig dunkelgrün gefärbt ist und aus Dolomit, der hier auskristallisierte. Unzählige kleine Dolomit Kristalle füllten die Drusen fast vollständig aus und schützten vermutlich so die darin enthaltenen Quarzstufen vor einer Beschädigung bei den Sprengarbeiten zur Gesteinsgewinnung.

Die Mineralfunde aus dem Jahr 2017:

Dolomit** und Quarz**
Gute und vor allem größere Kristalle von Quarz sind bisher im Bruch kaum bekannt geworden. In der oben abgebildeten etwa 1,2 Meter hohen Kluft auf der 2. Abbausohle an der Ostseite des Steinbruchs konnten 2017 einige für die Fundstelle außergewöhnlich große Stufen mit gut ausgebildeten Quarzen geborgen werden. Diese sind stets mit kleinen Dolomit Kristallen besetzt. Die Quarze erreichen Größen von bis zu etwa drei Zentimeter in der Länge. Eine Ausnahme bildet ein ca. 10 cm langer, stark vernarbter Kristall.

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Im Bild links ist der bergfrische Fund der Quarz Stufen von Juli 2017 zu sehen.

Die Stufe oben links hat eine größte Länge von 14 cm und ist reichlich mit kleinen Dolomit Kristallen besetzt. Die Stufe rechts daneben ist rund 10 cm breit. Beide Stücke sind vollkommen ausgeschwimmert.
Unten ist eine ausgezeichnete Kabinetstufe abgebildet, welche mit einer Breite von 22 cm eine für den Steinbruch wohl außergewöhnliche Größe erreicht. Die Stufe ist ebenfalls allseitig auskristallisiert.



Calcit**


Breite der Stufe links 5,5 cm.
Die rechte Stufe ist etwa 12 cm breit.



Azurit**

auf 6 cm breiter Stufe. Rechts ein Ausschnitt.



Chrysokoll auf Dolomit**
Breite der Stufe 4 cm




Malachit
Selten findet man auch
kleine Malachitlocken.
Breite des Bildes ca.6 mm.





ged. Kupfer** und Cuprit**
Unten in den Abbildungen (BB ca. 7 mm) ist ged. Kupfer dendritisch und auch in Form dünner Drähte ausgebildet. Im Bild u. links wird das Kupfer noch von Cuprit begleitet.



Tetraedrit**
Fahlerze sind schon seit längerer Zeit aus dem Steinbruch bekannt. Der unten links etwa 3 cm breite Ausschnit einer 5,5 cm breiten Stufe zeigt sehr schöne Kristalle dieses Minerals auf Dolomit**.
Bei der unten rechts abgebildeten Kleinstufe hat der große Kristall eine Kantenlänge von 13 mm!




Fahlerz und Chrysokoll bilden diese kleine, 4,5 cm breiten Stufe.




Der rechts abgebildete Kristall
ist ca.4mm hoch.

Pyrrhotin**
Der 1,2 cm im Durchmesser große Kristall ist auf Calcit aufgewachsen.

Zinkblende** und Bergkristall**,
befinden sich hier in einer kleinen, etwa 2 cm breiten Quarzdruse.





Pyrit**
auf Calcit** (Stufenbreite 6 cm)




Kupferkies**, Malachit

(Größe des Kristalls 8mm)




Die Ni -Vererzung (2017)


Vom Herbst des Jahres 2016 bis zum Sommer 2017 wurden im westlichen Bereich des Steinbruchs zwei größere Linsen mit Ni-Erzen freigelegt. Im Haufwerk der hier erfolgten Sprengung konnte ein aus Dolomit bestehender Gang verfolgt werden, in dem sich beide Erzlinsen befanden. Im rechten Bild ist die erste Erzlinse abgebildet, welche auch die besten Mineralproben lieferte. Hier konnten einige gute Stücke von Gersdorffit und seltener auch gut auskristallisierten Chloantit geborgen werden.
Im Randbereich der Linsen war das Erz schon in meist erdig ausgebildeten Annabergit und Pharmacolith umgewandelt.


Der im Haufwerk liegende Dolomitgang mit der ersten Erzlinse im Januar 2018.
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Das Bild links unten zeigt eine Stufe mit Chloantit in Kristallen bis 1,6 cm Durchmesser auf derben Gersdorffit. Im Bild rechts daneben ist eine 11 cm breite Stufe mit kollomorph ausgebildeten Gersdorffit zu sehen.


Im Bild rechts wird eine 11 cm breite Stufe von Gersdorffit gezeigt. Die recht großen und verzerrten Kristalle waren in derben Calcit eingelagert und konnten mittels verdünnter Salzsäure freigelegt werden.


Auf dem Foto (BB ca.11 cm) unten ist sehr schön ein schaliger Aufbau von Gersdorffit zu sehen.










Annabergit und Pharmakolith**
auf Gersdorffit
(die Stufenbreite beträgt16 cm)







Die beiden etwa 1,5 cm breiten Ausschnitte dieser Stufe zeigen schöne nadlige Kristalle von Pharmakolith zusammen mit Annabergit.

Erythrin

Dieser ca.1 cm breite Ausschnitt einer etwa 7 cm breiten Erzstufe zeigt Erythrin in krustiger Ausbildung.


Blick auf die hohe Bruchwand in Höhe der zweiten Abbausohle an der Straße nach Burgk im Januar 2017.


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Neufunde Anfang 2019:

Im Frühjahr 2019 konnten im westlichen Bereich des Steinbruchs einige recht gute Stufen mit Cu-Mineralen geborgen werden. Hierbei handelt es sich vorrangig um Azurit und Chalkosin. In Paragenese traten noch etwas Malachit und seltener auch Chrysokoll auf.
Der Azurit tritt meist krustenförmig als Überzug auf Chalkosin, welcher meist grobkörnig ausgebildet ist, auf. Chalkosin bildete sich früher auch auf Dolomit aus, welcher in bis zu ca. ein Zentimeter großen Kristallen vorkam . Dieser wurde später wieder aufgelöst und bei ein paar der Stufen sind die Abdrücke der Dolomit Kristalle noch deutlich sichtbar. In Drusen sind auch gut ausgebildete, kleine Azurit Kristalle vorhanden.
Interessant ist vor allem die gute Qualität und auch die Größe der Azurit Ausbildungen.
Im Anschluss mal eine kleine Auswahl der im Frühjahr gefundenen Stufen.


Die Stufe oben hat eine Breite von ca. 11.5 cm.






Die Stufe rechts hat die Ausmaße von 8 x 8,5 cm.
Im unteren Bereich sind die negativen Abdrücke ehemaliger Dolomit Kristalle zu sehen, auf denen sich früher das Mineral Chalkosin ausgebildet hatte. Aus diesem bildete sich später Azurit, Malachit und Chrysokoll.







Im Bild unten ist die beste der gefundenen Stufen mit Azurit abgebildet. Die etwa 13,5 cm breite Stufe enthält in den kleinen Drusen auch gut ausgebildete Kristalle von Azurit.

Links eine Stufe mit Chalkosin, welcher körnig ausgebildet ist (Stufenbreite 12 cm). Daneben ein etwa 2,5 cm breiter Ausschnitt dieser Stufe.






Zum Schluss noch ein besonderer Tipp:
Nicht weit vom Steinbruch entfernt befindet sich ein lohnendes Ausflugsziel. In einer wunderschönen Landschaft gelegen, befindet sich auf einem Bergrücken Schloss Burgk. Unten im Tal fließt die Saale, welche durch die kleine Talsperre Burghammer gestaut wird. Sie einigen Jahren hat man vom über 40 Meter hohen Saaleturm eine gute Möglichkeit die thüringische Landschaft von dort oben zu betrachten.


Ausblicke vom Saaleturm (Bild links) :



Zum Schloss Burgk (Bild oben).....................



.....................und zum Steinbruch Burgk.

15.08.2019

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letzte Änderung am 22. August 2019 | vogtlandkristall@web.de

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