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Der Diabassteinbruch Dörtendorf

Fundstellen > Steinbrüche

Etwa 6 Kilometer nördlich von Zeulenroda befinden sich zwischen den Ortschaften Triebes und Hohenleuben einige stillgelegte Steinbrüche. In ihnen wurde Diabas gebrochen und zu Schotter und Splitt verarbeitet. Direkt an der Straße zwischen Triebes nach Dörtendorf liegt kurz vor dem Ortseingang von Dörtendorf ein heute zum großen Teil unter Wasser stehender Steinbruch. Hier wurde noch bis etwa 2001 / 2002 Gestein gebrochen und verarbeitet.
In der Zeit von 1994 bis 1998 besuchte ich diesen Steinbruch regelmäßig und letztmalig im Jahre 2004.


An Mineralien fand sich vor allem Quarz**, welcher hauptsächlich in einem bis zu einem Meter mächtigen , steil stehenden Quarzgang vorkam. Dieser Gang durchlief den Steinbruch von S nach N und teilte sich in seinem nördlichen Bereich in etliche kleinere Quarzgänge auf. Besonders hier traten zahlreiche kleinere Drusen bis zu etwa 20 cm Größe auf. In seltenen Fällen erreichten die Drusen auch Längen von bis zu einem Meter. Diese Drusen waren fast immer mit bräunlichem Lehm gefüllt, im welchem die Quarzkristalle eigebettet lagen. Dieser Drusenlehm erschwerte das Bergen der Kristalle oft erheblich. Andererseits waren die Quarze aber durch ihn vor den Spreng- und Abbauarbeiten recht gut geschützt.

Die Größe der Kristalle betrug in der Regel nur einige Zentimeter. In den größeren Drusen erreichten sie aber auch Längen von über 15 cm. Die Quarzkristalle waren teilweise an den Drusenwänden angewachsen oder lagen als Stufen im Drusenlehm vor.

Die Quarze waren recht verschieden ausgebildet. Typisch für den Fundpunkt sind meist milchig-trübe und zum Teil auch rissig ausgebildete Kristalle, welche oft mit Drusenlehm und erdigen Limonit teilweise übersintert sind. Darauf folgt als letzte Kristallisationsabfolge eine dünne Schicht aus kleinsten Quarzen oder von Calcedon.
Einige Kristalle, besonders Bergkristall, waren außen durch eingelagerten Hämatit rötlich gefärbt und unter den Mineraliensuchern ein begehrtes Sammelobjekt.
Besonders beachtenswert ist das Vorkommen von Dauphine-Quarzen. Hierbei sind entweder eine r-Fläche; bzw. zwei r-Flächen übergroß ausgebildet. Einige Kristalle scheinen nur noch eine einzige r-Fläche zu besitzen und sie erscheinen oben wie schräg abgeschnitten.

(Wer sich mit der Kristallographie der Quarze intensiver beschäftigen möchte, dem empfehle ich das Buch von Rudolf Rykart:
Quarz-Monographie, 2. Auflage; erschienen im Ott Verlag / Thun, Schweiz. Zu beziehen unter der ISBN 3-7225-6204-X)

Ausgeschwimmerte Quarzstufe vom Steinbruch Dörtendorf (gefunden Sept. 1996). Der große Kristall hat eine Länge von 7 cm.
Eingelagerter Hämatit läst die Quarze teilweise rot erscheinen. Unter dem großen Kristall ist noch etwas Siderit** aufgewachsen.

Ab und zu werden die Quarze von Hämatit** in Form kleiner Eisenrosen (bis zu 5 mm Durchmesser) begleitet.
Weitere Mineralien des Bruches sind kleine Kristalle von Calcit, Dolomit und Siderit, selten etwas Pyrit oder auch Kupferkies.
Als absolute Ausnahme muss das Auftreten einer ca. einen Meter großen Druse mit Calcit** bewertet werden. Die bis zu faustgroßen Kristalle saßen zum Teil auf bis zu 1 cm messenden Dolomitkristallen auf. Zwischen den Dolomitkristallen fand sich selten auch etwas Lepidokrokit in kleinsten schuppigen Kristallen. Auffällig bei diesen Calciten ist eine rundliche, bauchige Kristallform.
Im Randbereich einiger Karbonatgänge trat selten noch körnig ausgebildeter Diobsit auf.
Auch wenn dieser Steinbruch als mineralienarm eingestuft werden muss, sind seine Mineralien doch beachtenswert.

Fundmöglichkeiten bestehen heute leider keine mehr. Das Gelände ist eingezäunt und befindet sich in Privatbesitz.



(Alle hier abgebildeten Stufen (außer die von Calcit**) sind Eigenfunde aus den Jahren von 1994 bis 2004)

Durch eingelagerten Hämatit sind diese Quarze zum Teil rot gefärbt. Die Stufe oben ist 10 cm breit; der Einzelkristall links hat eine Länge von 8 cm und ist in seinem Innern kristallklar. Die rechte Stufe ist ca. 5 cm hoch. Alle drei Stücke entstammen aus einer Druse.



Auf dieser allseitig ausgebildeten 9,5 cm breiten Quarzstufe sind die meisten Kristalle als Doppelender ausgebildet. Auch hier ist Hämatit für die rote Farbe verantwortlich, allerdings bildet er auf dieser Stufe feine Überzüge.



Quarzkristall als 13,5 cm langer Doppelender (links).
Der im rechten Bild gezeigte Zepterquarz hat eine Länge von 7,5 cm und dürfte von der Fundstelle wohl der einzige Vertreter seiner Art sein.



Kleine Druse mit schön ausgebildeten Kappenquarz. Der große Kristall hat eine Länge von 3,5 cm.

Zwei typische Ausbildungen der Quarzstufen:
Die links gezeigte Stufe hat eine Breite von 7,5 cm und ist mit Calcedon und kleinsten Quarzen** überzogen.

Die rechte Stufe (6 cm breit) ist teilweise noch mit Kluftlehm bedeckt.





Diese sehr schöne 10 cm breite Quarzstufe ist mit Kristallen von bis zu 4,5 cm Länge besetzt und stammt aus meinem letzten Fund im Januar 2004.

Etwas für den Quarzkenner sind Quarzkristalle im Dauphine-Habitus!
Auf der rechten, 9 cm breiten Stufe, sind beide Ausbildungsformen nebeneinander aufgewachsen. Beim linken Kristall zeigt uns die Kristallspitze eine übergroße r-Fläche, wobei es am rechten Kristall zwei übergroße r-Flächen sind. Die links abgebildete 8,5 cm hohe Stufe trägt einen Quarzkristall mit einer extrem übergroß ausgebildeten r-Fläche. Die anderen Flächen sind fast nicht mehr vorhanden und der Kristall erscheint uns wie abgeschnitten.

Diese etwa 9 cm breite Stufe von Calcit** auf Dolomit** stammt aus der großen Calcitdruse, welche oben im Text schon erwähnt wurde. Interessant ist bei diesen Calciten vor allem der Aufbau. Auf der ersten Generation, welche als Skalenoeder ausgebildet sind, hat sich eine zweite Generation diskenförmiger Kristalle gebildet. Diese Abfolge bedeckt die erste Generation meistens nur teilweise und die größeren Calcite erscheinen dadurch mit nach außen gewölbten Flächen.

Zum Schluss noch zwei topp Stufen aus einer etwa einem Meter langen Druse, welche ich Ende Januar 1998 zusammen mit meinem langjährigen Sammelfreund G. Seifert aus Reichenbach bergen konnte. Diese Druse lieferte eine größere Anzahl von Quarzstufen in unterschiedlichster Qualität. Der oben abgebildete Zepterquarz, der 13,5 cm lange Schwimmer und die Stufe mit dem Dauphine-Quarzen stammen ebenfalls von diesem Fund. Im Prinzip waren die meisten Kristalle und Stufen mit Limonit und Drusenlehm übersintert. Auf diesen Belägen hatte sich als letzte Mineralisationsabfolge zum Teil noch Calcedon oder feinkörniger Quarz abgeschieden.
Auf der linken, ausgeschwimmerten Stufe (Größe 12,5 x 10 x 8 cm) befindet sich noch etwas Siderit, welcher zum großen Teil schon in Limonit umgewandelt ist. Die rechte Stufe bildete den Drusendeckel und ist mit einer Breite von ca. 28 cm die größte Stufe dieser Kluft.


Leider ist diese Fundstelle heute nicht mehr zugänglich und steht zum größten Teil unter Wasser.

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letzte Änderung am 20. März 2018 | vogtlandkristall@web.de

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