Vogtlandkristall


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Bösenbrunn (2. Halbjahr 2015 bis 2016)

Aktuelles > Neu eingestellte Berichte

Durch regelmäßige Begehungen der Bösenbrunner Brüche, besonders durch einheimische Mineraliensammer, wurden seit Sommer 2015 bis Anfang November dieses Jahres wieder interessante Mineralienfunde möglich und konnten so für die Nachwelt erhalten werden.
Dazu zählen die ausgezeichneten Wavellite vom Neuaufschluß im Steinbruch Glockenpöhl. Auch der Neufund von Azurit, teilweise in kleinen Kristallen; sowie weitere Funde von Allophan, von Quarz** und Quarz Pseudomorphosen nach Fluorit** oder Calcit** sind ein Ergebnis der Arbeit dieser Mineralienfreunde.
Im Steinbruch Hoher Hut wurde wieder reichlich Kupferkies gefunden. In dessen Paragenese traten vereinzelt Chrysokoll und Malachit auf. Neben den Vorkommen von Quarz, Limonit und verschiedene Carbonate ist besonders das Auftreten von Fluorit zu nennen, welcher in beachtlicher Ausbildung und Größe gefunden wurde. Ein weiterer Fund von Bismuthinit und Bismutit soll hier ebenfalls mit vorgestellt werden.


Der Steinbruch Glockenpöhl im Januar 2016

Die Mineralfunde aus dem Steinbruch Glockenpöhl:

Wavellit

Nach dem Erstfund von Wavellit auf dieser Fundstelle Ende März 2015 konnte ein befreundeter Mineraliensammler und ich durch Zufall am 28. Oktober des selben Jahres wieder Wavellit im Schwarzschiefer entdecken. Nach der Sprengung auf der 2. Abbausohle fanden wir im Haufwerk die Bruchstücke eines Quarzganges. Nach einiger Zeit entdeckten wir in einem Gangstück eine kleinere Druse. In dieser befanden sich kugelige Gebilde und Krusten, welche noch mit recht viel Schmutz bedeckt waren. Im Glaube es handelt sich um Chalcedon bargen wir nur zwei Proben und verließen die Fundstelle. Nach dem Reinigen der Stücke stellte sich heraus, daß es sich um einen weiteren Fund von Wavellit handelt. Dieses mal war die Ausbildung des Minerals aber bei weitem besser als bei meinem Erstfund von März 2015. Nun erreichten die kugelig ausgebildeten Wavellite einen Durchmesser von bis zu etwa 4 mm und sind zum Teil auch auf Quarz** aufgewachsen. Zuweilen fanden sich auch strahlige Aggregate und einzelne nadelige Kristalle. Die Farbe ist meist grau-grün, aber auch licht-gelb oder grau-blau. Kleine Kristalle sind zum Teil auch farblos und fast durchsichtig.

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Oben links ist eine etwa 4,5 cm breite Stufe und oben rechts eine Stufe mit Wavellit** auf Rauchquarz** abgebildet. Leider sind Stücke mit Rauchquarz nur selten vorgekommen. Die gezeigte Stufe hat eine Breite von 4,3 cm.

Bei den nachfolgenden Fotos handelt es sich um zwei ausgezeichnet ausgebildete Stufen dieses Fundes. Die rechte ist ca. 9 cm und die linke 13,5 cm breit. Auf der links gezeigten Stufe befinden sich unter dem Wavellit kleine Quarzkristalle. Als Besonderheit ist hier eine etwa 2 x 3 cm große Pseudomorphose von Quarz nach einem Baryt Kristall (links auf der Stufe) zu nennen, welcher ebenfalls mit Wavellit besetzt ist.

Oben: Ausschnitt aus einer ca. 15 cm breiten Quarzstufe, bei welcher die Quarze mit gelben Wavellit überwachsen sind (Bildbr. 12cm).







Das Bild links zeigt zum Teil nadelige Wavellite auf einem 8 mm hohen Bergkristall.





Die Stufe unten ist
21 cm breit!

Azurit, Malachit und Chrysokoll


Besonders interessant ist der Fund von Azurit. In den 1990´er Jahren wurde Azurit nur in wenigen und kleinen Belegen auf dem damals mineralreichen Nicodemusgang gefunden. Seit dieser Zeit wurde er in den Diabasbrüchen von Bösenbrunn vergeblich gesucht, trotz der reichen Vorkommen anderer Kupfererze.
Beim aktuellen Fund handelte es sich um eine größere Anreicherung von derben Kupferkies, welcher in einer Linse aus verwittertem Limonit in knolliger Ausbildung auftrat. Dieser Kupferkies war tektonisch stark beansprucht und mit vielen kleine Rissen durchzogen, welche vorwiegend durch Azurit (auch in kleinen Kristallen) ausgefüllt waren. In Paragenese traten noch Malachit, Baryt und etwas Chrysokoll auf.

Unten rechts ist eine 12,5 cm breite Stufe zu sehen. Hier befindet sich auf derben Kupferkies neben Azurit (auch Kristalle) noch Malachit und Limonit.
Auf der Stufe unten links bilden der gelbe Limonit und die dunkelblauen Kristalle des Azurits einen schönen Kontrast zu einander. Das Bild zeigt einen 5,5 cm breiten Ausschnitt einer 9 cm breiten Stufe.
Die untere Stufe zeigt eine etwa 3 cm breite Druse, in welcher auf einer dünnen Kruste aus Chrysokoll Malachit in kugeliger Ausbildung auftritt. Die Matrix der Stufe besteht aus Limonit und Kupferkies.

Allophan


Im Kontaktbereich zum Schwarzschiefer und in diesem selber tritt dieses Schichtsilikat bevorzugt im Bereich der 2. Abbausohle auf. Interessant ist die Ausbildung von blauen Allophan im Randbereich der oben beschriebenen Anreicherung von Kupferkies. Die blaue Färbung beruht wahrscheinlich auf einen Anteil von Kupfer im Gefüge des Allophans. Ein Beispiel zeigt die rechts oben abgebildeten Stufe. Die Bildbreite beträgt ca. 6 cm.






In der selben Störung, etwa zwei Meter neben der Erzanreicherung, befand sich eine längliche , schmale Druse. Diese war mit kleinen Quarzkristallen ausgekleidet, auf welchen Allophan in farbloser und auch durchsichtiger Ausbildung ausgebildet auftrat. Die größte Stufe des Fundes ist etwa 16 x 8 cm groß.
Rechts ein etwa 3 cm breiter Ausschnitt der unten abgebildeten 12 cm breiten Stufe.


Quarz

Quarzkristalle findet man in allen Bereichen der Steinbrüche. Gute Stufen mit größeren Kristallen sind da schon seltener. Ende Sommer dieses Jahres konnten auf der 3. Abbausohle wieder einige recht gute Stufen geborgen werden. Durch eine Sprengung verursacht rutschte ein Teil einer benachbarten Bruchwand mit ab und gab so einen mehrere Meter langen Teil eines Quarzganges für kurze Zeit frei. Hier befanden sich einige größere Drusen welche mit meist recht zähem Lehm ausgefüllt waren. Dieser erschwerte zwar das Bergen der Kristallstufen (bis über 25 cm Größe), schützte sie aber recht gut gegen Beschädigungen. Einige Stufen waren beidseitig kristallisiert, wobei die Quarze eine Größe bis zu 4 cm ereichen. Die Kristalle sind zum großen Teil mit einer dünnen Limonitkruste überzogen.
Unten ist eine beidseitige, vollkommen unbeschädigte Schwimmer-Stufe mit einer Breite von 14,5 cm und rechts eine 12 x 8 cm große Stufe abgebildet.

Quarz nach Fluorit**

Der Barytgang auf der 3. Abbausohle lieferte neben Schwerspat gut ausgebildete Perimorphosen und Pseudomorphosen von Quarz nach Fluoritkristallen.

Die Beispiele unten zeigen links Perimorphosen mit 1 cm Kantenlänge und rechts Pseudomorphosen bis 2 cm Kantenlänge.


Calcit

Calcite mit einer interessanten Kristallform konnte ich noch kurz vor Weihnachten 2015 in einer kleinen Druse auf der 3. Sohle finden.
Die Kristalle bestehen aus einer Kombination von Kanonenspat, schlanken Skalenoeder und flachen Rhomboeder. Sie sind milchig weiß und erreichen eine Größe von etwa 2 cm. Einige Stufen sind mit einer dünnen Schicht Limonit überzogen.

Bild unten:
Limonit auf 8 cm breiter Stufe
Bild rechts:
Calcit** auf Quarz (13 x 11 x 10 cm große Stufe)

Baryt

Auf der 3. Abbausohle wurde ein etwa 30 cm breiter Baryt-Gang angefahren, welcher in seinem Randbereicht auch kleinere Drusen zeigte. Diese sind meist mit Chalcedon ausgekleidet und führen recht selten auch bis zu 1 cm große, tafelig ausgebildet weiße Baryt Kristalle. (siehe Bild rechts)

Quarzkatzenauge

Als Besonderheit muß ein Fund von Quarzkatzenauge gewertet werden. Leider wurde nur wenige Stücke in guter Ausbildung gefunden.

Rechts ein Anschliff mit Quarzkatzenauge in Diabas (Bildbreite ca. 12 cm)



Epidot

Im Kontaktbereich eines schmalen Basaltganges fanden sich relativ viele kleine Drusen mit Epidot. Dieser bildete auf meist stark verzerrten und gerieften Quarz nur schlecht ausgebildete Kristalle aus.

Die abgebildete Stufe ist etwa 7 cm breit.



Die Mineralfunde aus dem Steinbruch Hoher Hut:

Kupferkies, Pyrit

Kupferkies trat wieder reichlich auf der untersten Abbausohle und hier besonders im Nicodemusgang auf. Aber auch in anderen Bereichen ist er immer wieder anzutreffen. Meist bildet er derbe und knollige Anreicherungen (diese können einen Durchmesser von 40 bis 50 cm erreichen) aus. Gut ausgebildete Kristalle waren selten.
Pyrit trat nur untergeordnet auf.



Oben links ist eine 8,5 cm breite, recht gut kristallisiert und daneben eine 10 x 9 x 3,5 cm große Stufe mit teilweise verzerrten Kristallen abgebildet.





Das linke Bild zeigt eine etwa 7 cm in der Breite messende Stufe mit Dolomit** auf Quarz**, welche mit kleinen Kristallen von Pyrit ** besetzt sind.

Malachit und Chrysokoll

Beide Minerale gab es recht oft auf der 7. Abbausohle und fast immer zusammen mit Kupferkies.

Hier ein paar ausgesuchte Stücke vom letzten Sommer:
- links eine massive Malachitstufe (9 x 7,5 x 6 cm) mit etwas Limonit
- unten eine Kleinstufe mit nadeligen Malachit auf Quarz**. Breite der Stufe 2,5 cm.



unten
- links: 14 cm breite Malachitstufe von der 3. Abbausohle

- rechts: Chrysokoll, Malachit und Kupferkies von der 7. Sohle

Bismuthinit und Bismutit
Auf der untersten Sohle lieferte der Nicodemusgang in der letzten Zeit wieder ein paar Stufen mit diesen beiden Wismuterzen. Im unteren Bild sind bis zu 4 cm lange Pseudomorphosen von Bismutit nach Bismuthinit** eingelagert in Limonit zu sehen. Das rechte Bild zeigt einen ausgezeichneten und für diese Fundstelle doch recht großen Kristall von Bismuthinit mit einer Länge von 5,6 cm! Sein Kristallwachstum beginnt im derben Kupferkies und endet in Limonit.

Fluorit


Fluorit in Kristallen fand sich im letzten Sommer ab und zu im Bereich des Nicodemusganges auf der untersten Abbausohle. Die Kristalle waren im Schnitt 2 bis 3 cm groß. Selten waren größere Fluorite mit bis zu ca. 8 cm Kantenlänge. Die meisten Kristalle lagen leider nur lose im Haufwerk des gesprengten Gesteins. Nur selten gelang es eine anstehende Kluft zu öffnen in welcher auch Stufen lagen. Die Fluorite sind zum Teil durchsichtig, meist jedoch trüb bis durchscheinend. Die Farbe ist recht unterschiedlich. Vorherrschend ist ein blass-blauer bis grünlicher Farbton. Selten sind farblose und durchsichtige Fluorite.
Interessant sind die gelegentlich gefundenen Kristalle mit einer deutlichen Phantomzeichnung in teilweise schönen Blautönen.
Im unteren linken Bild ist einer dieser Fluorite (größte Kantenlänge 7 cm) abgebildet.
Die beiden rechts abgebildeten Stufe stammen aus der Sammlung von U. Assmann, Pausa. Die obere Stufe ist etwa 9 cm breit, die untere 11 cm.


Limonit, Goethit




Auf der 2. Abbausohle wurde ein bis zu etwa 40 cm breiter Quarzgang angefahren welcher neben kristallisiertem Quarz vor allem recht gut ausgebildete Glasköpfe lieferte.
Die rechte Stufe ist 8,5 cm und die unten abgebildete Stufe 19 cm breit. Auf dieser sind links einige Quarze aufgewachsen.

Weitere Minerale:


Bild rechts: Quarz** (Stufenbreite 11,5 cm) mit Limonitüberzug, vom Quarzgang auf der 2. Sohle


Unten
- links: Pyritknolle Durchmesser ca. 4,5 cm

-mitte: Calcit** (Höhe 3,3 cm)
mit zonar eingelagerten Psilomelan

-rechts: Quarz** (Höhe 3,7 cm)

Alle Stufen ohne Angabe des Eigentümers sind aus eigener Sammlung.

21.11.2016

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