Vogtlandkristall


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Amethyst aus dem Burgsteingebiet

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Quarz tritt im süd-westlichen Vogtland an vielen Fundstellen reichlich und bevorzugt als Gangquarz auf. Dabei können die Quarzgänge eine Mächtigkeit von bis zu mehreren Metern in der Breite erreichen und die verschiedensten Erze und Mineralien enthalten. So finden sich in den Drusen und Klüften auch gut ausgebildete Quarz-Kristalle. Vom Morion bis hin zum Bergkristall sind fast alle Varianten dieses Minerals vertreten. Auffällig ist dabei, dass die Varität Amethyst hier recht selten und nur an wenigen Orten vorkommt.



Eine der wenigen Fundstellen von Amethyst liegt in der Nähe der kleinen Ortschaft Krebes, oberhalb der sehenswerten steinernen Schafsbrücke aus dem 18. Jahrhundert. Diese spannt sich in weitem Bogen über den kleinen Kemnitzbach, welcher hier in engen Mäandern durch ein breites Tal fließt. Die Fundstelle wurde erst seit 2011 unter den Mineraliensammlern bekannt und wurde in den folgenden Jahren recht intensiv (auch mit größerer Technik) bearbeitet. Die Zeit der guten Funde scheint deshalb auch schon wieder vorbei zu sein und die Fundstelle kann fast als historisch eingestuft werden.
Gegenüber vom Fundpunkt erhebt sich der Eisenberg. Hier fand auf mehreren Gruben schon vor langer Zeit Bergbau auf Eisen und Kupfer statt. Nach den ersten Grabungen auf der Fundstelle zeigte sich, dass auch der Amethyst führende Quarzgang schon früher bis in einer Tiefe von etwa einem Meter bearbeitet wurde. Etwa ab dieser Tiefe war der Fels noch unberührt und anstehend. Vermutlich wurde der Quarzgang schon in alten Zeiten auf der Suche nach Erz untersucht.


Im anstehenden Gang zeigte sich, dass dieser im Laufe der

Zeit mehrmals tektonisch stark beansprucht wurde und durch weitere Quarzausscheidungen wieder verheilte. So bildeten sich zahlreiche Spalten und Klüfte, in welchen sich auch Quarzkristalle frei ausbilden konnten. Die Kristalle erreichen in der Regel eine Größe von bis zu 2 cm. In seltenen Fällen werden diese aber auch bis zu etwa 5 cm groß. Dabei zeigen sie einen deutlichen zonaren Aufbau, welcher an das Amethystvorkommen von Geyer im Erzgebirge erinnert. Besonders im Anschliff solcher Stücke zeigt sich eine ausgeprägte Wachstumsfolge von Milchquarz, Amethyst und zum Teil auch mit Rauchquarz. Amethyst und Rauchquarz zeigen dabei eine blasse und helle Färbung. An einigen Stellen konnte auch Chalcedon nachgewiesen werden. Selten bildet Quarz Pseudomorphosen oder Perimorphosen nach Calcit** aus. Limonit kommt ab und zu als brauner Glaskopf vor. Auf einer Stufe befinden sich kleine Kristalle von Paradoxit.


Abb.rechts: Ein prächtig ausgebildeter
9,5 cm breiter Amethyst-Igel von Ruderitz
>

<<< Sehenswert:
Die alte romantische Schafsbrücke über den Kemnitzbach unterhalb der Fundstelle
.
(Die Steinbogenbrücke wurde um 1800 erbaut und 1993 restauriert)

Unter den Mineraliensammlern besonders begehrt sind Stufen, bei denen der Amethyst die für die Fundstelle von Ruderitz typische helle Farbe zeigt. Solche Stücke sind aber recht selten. Im Anschliff zeigt sich fast immer ein gut ausgeprägter Zonarbau der Quarzkristalle. Bemerkenswert ist dabei, dass dieser von Druse zu Druse unterschiedlich ausgebildet ist. Bei den meisten Kristallen bildet weißer Quarz den Abschluß der Kristallisation, wodurch diese Kristalle eine weiße Oberfläche zeigen. Bergkristall ist selten und die letzte kristalline Ausbildung des Quarzes. Nur Calcedon wurde noch später ausgeschieden und findet sich selten auf den Quarzen.

Unten zwei hellfarbene Amethyste.
Breite der Stufen 8,5 cm (oben) und 6 cm

Die Anschliffe zeigen deutlich den wechsellagigen Aufbau der Ruderitzer Amethyst-Quarze. Heller Rauchquarz kommt ebenfalls vor und bildet dann die erste Stufe der Kristallisation des Quarzes.
< Anschliff
(10 x 7,5 cm)

A
M
E
T
H
Y
S
T
Q
U
A
R
Z




Anschliff
(12 x 8 cm)
>



Der erste große Fund gelang Ende Januar 2008:

Die anstehende Druse lag in etwa 1,5 Meter Tiefe. Mit einer Ausdehnung von etwa 80 x 40 x 30 cm erreichte diese eine für die Fundstelle schon bemerkenswerte Größe und lieferte 34 Stufen in zum Teil ausgezeichneter Qualität.
Im Bildbereich vorn rechts liegen einige der noch bergfrischen Stufen. (Abb. unten links)
Das Bild rechts unten zeigt die noch im Drusenlehm steckenden Amethyst Stufen dieser Druse. Etwa in der Bildmitte die größte Stufe des Fundes mit einer Breite von etwa 20 cm und einer sehr schönen Bänderung. Oberhalb wird die Druse durch den anstehenden Gangquarz begrenzt.



Bis zum Jahr 2016 lieferte die Fundstelle immer wieder ausgezeichnete Stufen von Amethyst.
Nachfolgend einige Beispiele:


Abb. links:
Aus dem Erstfund vom Januar 2008 stammt diese ausgezeichnete, etwa 13,5 x 12 cm große Stufe.


Bild rechts: diese tadellose Stufe stammt aus einem Fund vom 2015. Sie ist vollkommen unbeschädigt und hat eine Breite von 13 cm.

Unten links: kleine Stufe aus Bergkristall (Breite 4,5 cm)
Das Bild rechts unten zeigt eine Quarzstufe mit bis zu 5 cm großen Kristallen.

Die Stufe oben hat eine Breite von 12,5 cm.

Die Stufe unten (13,5 cm breit) zeigt besonders gut den wechsellagigen Aufbau der Amethyste von Ruderitz.

Die Abb. oben: eine etwa 8,5 cm hohe und 8 cm breite Amethyststufe aus einem Fund aus dem Jahr 2014.

Abb. oben:
Diese voll ausgeschwimmerte und unbeschädigte Amethyststufe zählt mit der Maßen von 16 x 13,5 x 5 cm und der schönen hellen Farbe sicherlich zu einer der Besten der Fundstelle.








Abb. links:
Aus einem bisher einmaligen Fund stammt diese schöne Stufe mit bis zu 5 cm großen Quarz Pseudomorphosen nach Calcit** in Form des Skalenoeders.





Chalcedon wurde als letzte Modifikation des Quarzes ausgeschieden und zeigt sich dann als dünne Überzüge (Bild rechts; Bildbr. 6 cm), oder auch als kollomorphe Ausbildung auf den Quarzen, wie auf der links abgebildeten 7 x 4 cm großen Stufe.


Bisher ein Einzelstück:
knapp ein Millimeter große Kristalle von Paradoxit bedecken diese 9,5 cm breite Stufe. Oben ein 3,5 cm breiter Ausschnitt der Stufe .





Die Bilder links und rechts zeigen die wohl größte Stufe von der Fundstelle bei Ruderitz. Der Quarzigel hat einen Durchmesser von ca. 28 cm! Auf seiner Unterseite ist die Amethystbänderung sehr schön ausgebildet.

20. März 2018

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letzte Änderung am 20. März 2018 | vogtlandkristall@web.de

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