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Fundstellen > Fundstellen des Altbergbaus
Quarz tritt im Vogtland anden meisten Fundstellen in den verschiedensten Ausbildungsformen auf. Vom Morion bis hin zum Bergkristall sind fast alle Varianten dieses Minerals zu finden. Auffällig dabei ist aber, daß seine Ausbildung als Amethyst viel seltener vorkommt und meist auch in geringerer Qualität vorliegt.
Hier ein aktuelles Beispiel:
Vor einigen Jahren sah ich bei einem mir befreundeten Mineraliensammler aus Plauen eine kleine Quarzstufe mit heller Amethystbänderung. Als Fundstelle gab er Ruderitz im Burgsteingebiet an. Monate später machte ich mich auf den Weg, um den Fundpunkt zu suchen. Da ich keine genauen Fundpunktangaben hatte, entdeckte ich erst nach einigen Fehlschlägen im Herbst 2001 die ersten Bruchstücke von Quarz, welche auch etwas Amethyst enthielten. Nach weiteren Begehungen stellte sich herraus, daß der Quarz durch bergmännische Erkundungsarbeiten zu Tage gefördert wurde und es sich offensichtlich um einen Versuchsschurf auf Eisenerze aus früheren Zeiten handelt.
Da der Schurf verfüllt und wieder verwachsen ist, galt es nun seinen Verlauf und nach Möglichkeit auch dessen Tiefe zu erkunden. Nach einigen Einsätzen konnte ich seine Richtung ermitteln und in ca. einem Meter Tiefe stoß ich schon auf den noch anstehenden Quarzgang. Dieser Gang wurde im Laufe der Zeit tektonisch stark beansprucht und verheilte durch weitere Quarzausscheidungen wieder. So bildeten sich zahlreiche Spalten und Klüfte, welche mit Quarzkristallen ausgekleidet sind. Im September des Jahres 2003 fand ich dann die ersten guten Stufen mit einer schönen Amethystbänderung. Die Kristalle können bis zu etwa 3 cm groß werden und zeigen einen zonaren Aufbau, welcher in seiner Art an das Amethystvorkommen von Geyer im Erzgebirge erinnert. Im Anschliff zeigt sich eine deutliche Wachstumsfolge aus Milchquarz, Amethyst und zum Teil auch mit Rauchquarz. Amethyst und Rauchquarz zeigen dabei eine blasse und helle Färbung. Die tektonisch bedingten Brüche der Quarze sind zum Teil durch Bergkristall verheilt. Auf den Boden der Klüfte befinden sich ab und zu Bruchstücke von Einzelkristallen und Stufen, welche wieder durch Quarz zu einer Brexie verkittet wurden. Auf ihnen tritt als letzte Quarzausscheidung noch etwas Chalcedon auf. Selten treten auch Quarzperimorphosen nach Calcit** in Form von Skalenoedern auf. Limonit kommt ab und zu als brauner Glaskopf vor.
Um gute Funde machen zu können sind eine entsprechende Ausrüstung und viel Fleiß von Nöten. Der Lohn dieser harten Arbeit sind dann aber auch einzigartige Stufen des Vogtlandes, welche auch schon mal 10 kg schwer sein können!
Sollte man sich ansehen:
Diesen herrlichen Anblick bietet die romantische Schafbrücke über den Kemnitzbach unterhalb der Fundstelle.
(Die Steinbogenbrücke wurde um 1800 erbaut und 1993 restauriert)
A
M
E
T
H
Y
S
T
Q
U
A
R
Z
Ein schönes Bild zeigen die Wechsellagen von Amethyst und Milchquarz an dieser etwa 9 cm breiten Stufe.
Zwei Anschliffe von Gangstücken:
(Bild oben) längs zur Gangrichtung (10 x7,5 cm), (Bild unten) als Schnitt durch den Quarzgang ( 12 x 8 cm).
In dieser Ausbildung ist der Amethyst leider nur selten zu finden! Stufenbreite etwa 8 cm.
Seitenansicht einer allseitig ausgebildeten 14 cm breiten Schwimmerstufe.
Noch anstehend:
Amethyststufen bis 20 cm Durchmesser in etwa 1,5 Meter Tiefe.