Vogtlandkristall


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Altbergbau zwischen Eichigt und Hundsgrün

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Im einem der ersten Beiträge auf meiner Website beschrieb ich das Altbergbaugebiet in der Nähe von Leubetha, wo bis 1872 anstehende Eisenerze abgebaut wurden und stellte die bisher dort gefundenen Mineralien vor. Dabei erwähnte ich noch ein weiteres Vorkommen von Eisenerz, welches sich etwa drei Kilometer westlich vom Vorkommen bei Leubetha, nördlich der Gemeinde Eichigt in einem Waldgebiet befindet und sich bis in Richtung Hundsgrün erstreckt. Hier befinden sich einige Brauneisenstein führende Gänge mit nord- westlichen Streichen, auf denen schon vor langer Zeit Eisenerze abgebaut wurden. Noch heute erinnert ein das Gebiet querender Waldweg mit der Bezeichnung Eisenweg an den früheren Erzabbau. Die geringe Tiefe der Pingen, sowie die flachen Halden belegen, dass der Bergbau nur an der Oberfläche im Bereich des Eisernen Hutes der Lagerstätte erfolgte und wohl recht unbedeutend war. Hier lassen sich heute noch ansehnliche Stücke mit zum Teil seltenen Mineralien finden. Als Hauptmineral der im kambrischen Schiefer eingelagerten Erzgänge finden wir Gangquarz, welcher im mittleren Gangbereich bevorzugt auch als Sternquarz auftritt. In den hier befindlichen Drusen und Spalten konnten sich letztlich einige Minerale absetzen und zum Teil auch frei ausbilden. Nachgewiesen wurden bis heute Limonit, Goethit, Quarz (Sternquarz**) und das Hartmanganerz Lithiophorit, welches früher als Psilomelan bezeichnet wurde.

Durch weitere Untersuchungen konnte ich noch andere interessante und für dieser Lagerstätte bisher unbekannte Minerale nachweisen. Dabei handelt es sich um Rhabdophan-(Nd)**, um Dufrenit**, dessen Kristalle aber meist schon in Limonit umgewandelt sind; sowie um Polianit**, der seltenen kristallienen Ausbildung von Pyrolusit. Diese neu bestimmten Minerale sind leider recht selten und bisher nur auf zwei kleine Bereiche im Fundgebiet nachweisbar. Eine Probe besteht aus Limonit, welcher Pseudomorphosen nach Siderit Kristallen bildet. Auf einer anderen Stufe erscheint gelber Limonit als schöner Kontrast auf schwarzen Hydrohämatit.
Die Verdrängung von einem Mineral durch ein anderes, wobei vom alten die Kristallform erhalten bleibt, ist auch auf vielen Lagerstätten des Vogtlandes bevorzugt im Bereich des eisernen Hutes, also in der oberen Verwitterungszone verbreitet.
Nachfolgend ein aktueller Überblick
(Stand Januar 2018):


Sehenswert ist die uralte, im unteren Dorf stehende St. Katherinenkirche von Eichigt.

Lithiophorit

Die Bezeichnung Psilomelan ist ein noch immer verwendeter Sammelbegriff für die Minerale aus der Gruppe der Hartmanganerze. Heute werden diese Minerale in der Gruppe der Manganomelane eingeordnet. Lithiophorit ist eines dieser Minerale und wird auf den Halden nördlich von Eichigt schon seit vielen Jahren gefunden. Eigentlich es das von den einheimischen Mineraliensammlern gesuchte Mineral auf dieser Fundstelle überhaupt. Nur wurde es bisher als Psilomelan in den Sammlungen eingeordnet. Bei aktuellen Untersuchungen und Analysen wurden Anteile von Lithium und Aluminium im Erz nachgewiesen. Demnach handelt es sich hier um Lithiophorit. Auch die physikalischen Eigenschaften, wie Mineral- und Strichfarbe, Härte und Glanz sprechen dafür.
Begleitminerale sind vorallem Quarz (als Sternquarz auch in Kristallen), Limonit und Goethit.

Die oben links gezeigte Stufe mit Lithiophorit auf Goethit hat eine Breite von 6,5 cm; die oben rechts abgebildete Stufe hat eine Höhe von etwa 8 cm und die unten gezeigte Stufe hat eine von Breite fast 11 cm.




Hier zwei ausgezeichnete Stufen mit Lithiophorit:

Die Stufe oben hat eine Beite von 8,5 cm.

Das Bild links zeigt eine sehr schön ausgebildete, etwa 8 cm hohe Stufe.
Besonders ausgeprägt ist hier der schalige Aufbau, welcher für dieses Mineral charakteristisch ist.










Hochglänzender Lithiophorit auf 9,5 cm breiter Stufe >>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>

Quarz ( Varität Sternquarz)**

Quarz ist das Hauptmineral der Erzgänge. Er tritt hier vorrangig als Gangquarz von weißer bis grau-weißer Farbe auf. Durch Beimengungen von Eisenoxiden erscheint er auch in rot-braunen bis rötlichen Farben. Eingelagerte Manganerze bewirken einen grauen, schmutzigen Farbton. Dieser Gangquarz ist an vielen Stellen geologisch sehr beansprucht und liegt in großen Bereichen stark zertrümmert vor. In den drusigen Bereichen der Gänge ist der Quarz als Sternquarz ausgebildet. Die Kristalle können Durchmesser von über einem Zentimeter erreichen, sind zum Teil transparent und zeigen meistens einen zonaren Aufbau.

Im Bild rechts ist eine ca. 14 cm hohe Quarzstufe abgebildet, auf welcher sich gut ausgebildeter Lithiophorit befindet. Im unteren Teil der Stufe überzieht eine dünne Kruste von Rhapdophan-(Nd) das Manganerz.
Die Stufe oben links (Größe 11 x 8 x 6,5 cm) zeigt sehr schön den Aufbau des Quarzes als Sternquarz**, welcher zum Teil mit Lithiophorit überzogen ist.






Selten fanden sich auch größere Quarze mit Zonarbau. Bisher leider nur als Einzelkristalle. Der rechts abgebildete Quarz ist ca. 5,5 cm hoch und mit etwas Lithiophorit besetzt.

Goethit und Limonit


Goethit und Limonit sind auf den Halden recht selten. Als gesuchtes Erz wurde es im Eisernen Hut der Gänge abgebaut und sorgfältig von Hand ausgelesen. Gute Stufen sind da wohl die Ausnahme.



Im Bild rechts ist eine schöne Stufe (9 x 4 x 4cm) aus Goethit abgebildet.





Die Stufe rechts hat eine Größe von etwa 13 x 8 x 5 cm. Auf dieser ist stalaktitisch ausgebildeter Goethit auf Sternquarz** aufgewachsen und mit einer dünnen Lage von Lithiophorit überzogen.






Unten ist eine 8,5 cm breite Limonit Stufe abgebildet, welche einen vorwiegend stalaktitischen Aufbau zeigt. Unten rechts ist ein ca.2,5 cm breiter Ausschnitt dieser Stufe zu sehen.





Goethit mit Anlauffarben (Bildbr. 4,5 cm)
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Limonit, pseudom. nach Siderit**
(Stufenbreite 6cm)>>>>>>>>>>>>>>


Neubestimmte Minerale der Lagerstätte

Wie im Text oben schon erwähnt, konnte ich in der letzten Zeit Minerale nachweisen, welche für das Altbergbaugebiet von Eichigt neu sind. (Alle Neufunde sind durch Analysen bestätigt)
Dabei handelt es sich fast immer um seltene Einzelfunde. Diese Minerale meist sehr klein und durch das Haldenmeterial stark verschmutzt und so spielt der Zufall zu Auffinden eine große Rolle. Mit Sicherheit werden durch diese Umstände auch Stücke leicht übersehen und ein gezieltes Suchen ist kaum möglich.
Die wohl interessanteste Neubestimmeng von Eichigt ist
Rhapdophan-(Nd), ein Phosphat, welches das Seltenerdenelement Neodymium (Nd) enthält. Die sehr kleinen Kristalle von bräunlicher bis weißlicher Farbe sind länglich ausgebildet und können auf andere Mineralien, wie Goethit, Quarz und Lithiophorit auftreten. Dabei sind die Kriställchen meist ungeortnet und wirr durcheinander aufgewachsen oder bilden kristalline Krusten aus.
Interessant ist auch der Nachweis von
Dufrenit**, auch wenn dieser schon in Limonit umgewandelt ist.
Ein weiteres Mineral ist
Pyrolusit, welcher auf dem Fundstück auch in seiner seltenen Modifikation als Polianit** ausgebildet ist.

Oben ist Rhapdophan** auf Limonit / Goethit abgebildet, Breite der Bildausschnitte ca. 1,5 cm.

Drei weitere Stufen mit Rhapdophan-(Nd):

.......oben auf Lithiophorit (9,5 x 7,5 cm)
.......rechts oben zusammen mit Lithiophorit auf einer 5,5 cm breiten Quarzstufe

Im Bild rechts ist eine ausgezeichnete, 8 cm breite Stufe mit Rhapdophan-(Nd) auf Goethit abgebildet.


Neu für die Fundstelle ist auch der Nachweis eines weiteren Minerals aus der Gruppe der Phosphate; von Dufrenit. Die oben abgebildete 7,5 cm breite Stufe ist rechlich mit Limonit besetzt, welcher eine Pseudomorphose nach Dufrenit** bildet. Die gut ausgebildeten Kristalle haben eine durchschnittliche Größe von ca. 0,5 mm. Im Bild rechts daneben ist ein ca. 1,8 mm breiter Ausschnitt der Stufe zu sehen. Ob Dufrenit nur in Form von Pseudomorphosen auftritt ist fraglich. Der Bergbau fand früher nur im oberen Bereich der Lagerstätte, dem eisernen Hut, statt. Daher ist es durchaus möglich, dass in größeren Tiefen Dufrenit in seiner ursprünlichen Ausbildung vorhanden ist.



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Eine weitere Neubestimmung ist rechts zu sehen: Hier handelt es sich um Pyrolusit, welcher zu Teil in seiner seltenen Modifikation als Polianit** vorliegt. Die Probe ist etwa 5,5 cm breit.
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Auf den alten Halden kann man mit etwas Glück auch farbenfrohe Minerale entdecken:

Unten ist eine Stufe mit Limonit zu sehen, wo auch Pseudomorphosen von Limonit nach einem unbekannten Mineral zu erkennen sind.(Bildbr. 3,5 cm)

Die etwa 9 x 9 cm große Stufe rechts besteht aus gelben Limonit auf Hydrohämatit und etwas Quarz.

22. Januar 2018

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letzte Änderung am 20. März 2018 | vogtlandkristall@web.de

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